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Sonntag 30.09.2018, 17.00 - 21.00 Uhr | Großes Haus Wiederaufnahme

Georg Friedrich Händel

Alcina

Die Zauberin Alcina führt ein wundersames Dasein auf ihrer Insel: Sie lockt Männer an, verführt sie und verwandelt sie, wenn sie ihrer überdrüssig ist, in Tiere, Pflanzen oder Steine. Auch der tapfere Krieger Ruggiero gerät in ihren Bann und scheint ihr hoffnungslos verfallen zu sein. Doch als seine Verlobte Bradamante auf die Zauberinsel gelangt, beginnt Alcinas Reich zu wanken...

Inszenierung: Christof Loy
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Choreografie: Paula Lansley
Licht: Reinhard Traub

Premiere am 24.02.2002

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

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Erster Akt

Am Tage.
Bradamante hat sich auf die Suche nach ihrem verschollenen Verlobten Ruggiero gemacht. Sie gibt sich bei dieser Reise als ihr eigener Bruder Ricciardo aus und hat als Begleiter ihren Vertrauten Melisso gewählt. Unverhofft und plötzlich sind die beiden an ihr Ziel gelangt, das wundersame Inselreich der schönen Alcina. Bradamante vermutet, dass Ruggiero den Künsten der verführerischen Zauberin erlegen ist und in ihrem Bann seine Pflicht, seine Freunde und seine bisherige Liebe und Treue vergessen hat. Bradamante und Melisso werden von Alcinas Schwester, Morgana, willkommen geheißen. Morgana erkennt nicht, dass Bradamante eine Frau ist, und fasst schnell Zuneigung zu dem vermeintlichen Jüngling.
Bevor sich Bradamante rechtzeitig der ersten Zärtlichkeitsbezeugungen entziehen kann, sieht sie sich konfrontiert mit Alcina, unzertrennlich mit ihr verbunden, wie vermutet, Ruggiero. Alcina heißt die Fremden willkommen und erklärt in aller Öffentlichkeit Ruggiero ihre Liebe.
Der junge Oberto fragt Melisso und Bradamante nach dem Schicksal seines Vaters Astolfo. Deren Vermutung, dieser sei ein voriger Liebhaber Alcinas gewesen, den diese dann alsbald, seiner überdrüssig geworden, mit Zauberkünsten in ein Tier verwandelt hätte, wagen sie ihm nicht mitzuteilen.
Bradamante stellt Ruggiero zur Rede. Ruggiero hält Bradamante für Ricciardo, den Bruder seiner Verlobten, und verspottet sowohl „ihn“ als auch Melisso ob ihrer moralischen Vorhaltungen. Nie werde er von Alcina lassen.
Von Ruggiero verachtet und von Morganas Liebe immer mehr bedrängt, befindet sich Bradamante in einem weiteren Dilemma: Morganas eifersüchtiger Geliebter Oronte hat die verliebten Blicke seiner Freundin dem fremden „jungen Mann“ gegenüber wahrgenommen. Mit Mühe kann Bradamante ein Duell abwehren. Morgana macht sich den Eifersuchtsanfall Orontes zunutze, um sich von diesem loszusagen. Der verbitterte Oronte verleumdet daraufhin Ricciardo bei Ruggiero. Er lässt diesen glauben, Alcina habe schon ein Verhältnis mit dem Fremden angefangen und er, Ruggiero, werde wohl bald wie alle Verflossenen der Zauberin in ein Tier verwandelt. In Anwesenheit von „Ricciardo“ stellt Ruggiero Alcina zur Rede. Verletzt von dem Gedanken, sie könne ihm untreu sein, lässt sie ihren geliebten Ruggiero mit seinem vermutlichen Rivalen allein zurück. Bradamante erträgt es nicht länger, ihre wahre Identität vor Ruggiero zu verbergen. Ruggiero schenkt ihr jedoch keinen Glauben. Alcina soll nun als Beweis ihrer Liebe zu Ruggiero den verhassten Nebenbuhler beseitigen.
Morgana möchte Bradamante/Ricciardo vor den bösen Künsten ihrer Schwester schützen und zur Flucht bewegen. Verzweifelt und verwirrt stürzt sich Bradamante in Morganas Arme. Alcina könne beruhigt sein: „Sag ihr, dass ich jemand anderes liebe.“ Morgana nimmt diese Worte mit Freuden als Liebesgeständnis, das ihr selbst gilt.

Zweiter Akt

Nachts.
Ruggiero sucht nach Alcina, die sich immer wieder seinen Blicken entzieht. Melisso tritt ihm in Erscheinung seines früheren Erziehers Atlante entgegen und übergibt ihm einen magischen Ring. Durch ihn erhellt sich Ruggieros Verstand. Augenblicklich entbrennt in ihm die starke Sehnsucht, seine Verlobte Bradamante wiederzusehen. Als diese ihm gegenübersteht, hält er dies für einen weiteren trügerischen Zauber Alcinas und stösst sie erneut zurück.
Nach und nach begreift Ruggiero jedoch die wahren Zusammenhänge. Alcina und Morgana spüren eine seltsame Fremdheit ihrer geliebten Männer ihnen gegenüber, können sich diese jedoch nicht erklären. Als Oronte meldet, Ruggiero habe sich mit den Fremden verbündet und rüste heimlich zum Aufbruch, bricht Alcinas Herz.
Morgana will nicht glauben, dass auch sie verraten wurde. Doch sie belauscht ein Gespräch von Bradamante und Ruggiero und muss nun den doppelten Verrat erkennen: Eine Frau, nicht ein Mann hat sie belogen und betrogen.
Ruggiero nimmt schmerzvollen Abschied vom Zauberreich, während Alcina vergeblich die Geister beschwört, ihr die Liebe Ruggieros zurückzugewinnen. Sie verflucht ihre Zauberkünste und fällt in einen Schlaf voller quälender Träume.

Dritter Akt

In den frühen Morgenstunden des folgenden Tages.
Morgana entdeckt wieder ihre Gefühle für Oronte. Dieser schließt sie zögernd in seine Arme. Alcina versucht dagegen vergeblich, Ruggiero erneut für sich einzunehmen. Mit Waffengewalt ist er entschlossen, für seine Freiheit zu kämpfen, falls Alcina sich mit ihren Mächten ihnen entgegenstellen wolle. Alcinas Streitkräfte werden von Ruggiero und seinen Verbündeten geschlagen. In ohnmächtigen Rachegefühlen möchte sie den jungen Oberto zwingen, die Waffe gegen den eigenen Vater in Tiergestalt zu erheben. Doch Oberto richtet die Waffe gegen Alcina; als auch Ruggiero bereit ist, Alcina zu töten, zerbricht das Zauberreich.
Ruggiero wird als Befreier gefeiert.

© Christof Loy


Information:

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 6,00 EUR bis 109,00 EUR

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