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Ballett von John Neumeier
nach "Eugen Onegin" von Alexander Puschkin

 

Musik
  Lera Auerbach
Ein Auftragswerk des HAMBURG BALLETT, der Hamburgischen Staatsoper sowie des Stanislavsky und Nemirovich-Danchenko Musik-Theaters Moskau
     
Choreografie
Inszenierung
Bühnenbild
Kostüme
  John Neumeier

 

Eine Koproduktion mit dem
Stanislavsky und Nemirovich-Danchenko Musik-Theater Moskau

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Hamburg, 29. Juni 2014

 

Originalbesetzung    
Tatjana Larina
  Hélène Bouchet
     
Eugen Onegin
  Edvin Revazov
     
Olga, Tatjanas Schwester
  Leslie Heylmann
     
Vladimir Lensky
  Alexandr Trusch
     
Prinz N.
  Carsten Jung

 

 

Vor der Aufführung zu lesen

In choreografischen Episoden, abwechselnd zwischen Traum, Erinnerung, Vorahnung und Wirklichkeit, schildert John Neumeiers Ballett "Tatjana" die erste große Liebe eines jungen Mädchens, das auf dem Land aufwächst. Vorbehaltlos öffnet es sich Onegin, einem beeindruckenden, exzentrischen Jüngling aus der Stadt, der es unmissverständlich abweist. Jahre später ist es spiegelverkehrt: die inzwischen verheiratete Tatjana verschließt sich Onegins Werben. In seinem Ballett entwickelt John Neumeier die Geschichte frei nach Alexander Puschkins 1833 erschienenem Versroman "Eugen Onegin". John Neumeier: "Tatjana ist eine Außenseiterin, fremd in ihrer Familie und trotz ihrer Verträumtheit wild, ungebändigt und stark in ihrer Vorstellungskraft. Onegin hingegen ist weder Held noch Scheusal. Beide tragen Züge vielschichtiger Figuren shakespeareschen Typs. Onegin versucht, seinen Weg als Mensch fern von jeglichem Klischee zu gehen, aber unverbindlich – ohne Verpflichtung, Hingabe oder Liebe." Über allem schwebt das Verhängnis des Duells. Die Erfahrung, wie eine Freundschaft durch übertriebene Eifersucht und ein übersteigertes Gefühl der Ehre zerbricht, durchzieht Onegins weiteres Leben, denn er hat den Bräutigam von Olga, Tatjanas Schwester, getötet. Zurück bleiben in ihrem Herzen verletzte Menschen. Onegins zur Schau getragener Zynismus ist die Antwort auf eine Suche, die ihn herausführen soll aus den gesellschaftlichen Zwängen. Doch vermag er dem Gefühl von Leere und Sehnsucht nicht zu entkommen. In ihm lodert keine Leidenschaft, keine von Neugier entfachte Weltsicht. Anders dagegen Tatjana. Ihr Lyrismus ist nicht Ausdruck einer naiven Gesinnung, sondern der Versuch, der prosaischen Welt einen poetischen Schimmer zu verleihen. Tatjanas unerfüllte Liebe zu Onegin ist ein Scheitern im Glanz versunkener Geschichten – Romanfiguren abgeschaut, denen sie sich in ihrer jugendlichen Entfaltung verzaubert anverwandelt hat. Doch erwächst aus ihrem Scheitern Größe. Am Ende lässt sie Onegin ziehen, obwohl sie ihn noch immer liebt und ihm ihre Liebe offen gesteht. "Ihre letzte Auseinandersetzung mit Onegin ist absolut beeindruckend. Tatjanas Reaktion auf sein Ansinnen ist mittendrin durchzogen von einem sehr klar reflektierten Blick auf ihr Leben. Sie denkt zum Beispiel in diesem Moment an die Beziehung zu ihrer Amme und entwirft in ihrer Fantasie einen 'verwilderten Garten', der sie an ihre Kindheit erinnert. Und dann sagt sie, fast nebenbei: 'Ich liebe Sie, warum es verhehlen?' Nachdem sie also über alles andere gesprochen hat, fällt dieser Satz, der Onegin nicht im Unklaren lässt. Diese Stärke besitzt Onegin in keiner einzigen Situation", bemerkt John Neumeier.

Für die Musik konnte die russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach gewonnen werden, mit der John Neumeier wiederholt zusammengearbeitet hat, zuletzt 2007 in der Hamburger Fassung seines Balletts "Die kleine Meerjungfrau".

 

 

Handlung

1. AKT

PROLOG – Träume im Schatten des Duells
Die Erinnerung an das Duell mit seinem Freund Vladimir Lensky lastet auf Eugen Onegin. Zaretsky, eine Schicksalsfigur, konfrontiert ihn mit diesem Ereignis. Inspiriert von Olga, seiner Verlobten, komponiert Lensky. Auf dem Land führt Tatjana, Olgas Schwester, ein Leben in ihrer Fantasie, umgeben von Figuren aus Romanen, die sie liebt zu lesen.

1. BildEin Tag im Leben von Onegin
Im Schlafgemach von Onegins städtischer Wohnung überbringt der Kammerdiener Guillot Einladungen für den Tag. Onegin folgt einer Verabredung im Park, später ist er Gast auf einer Ballgesellschaft. Im Theater besucht er das Ballett »Cleopatra«, getanzt von der Ballerina Istomina. Zurück in der Wohnung überkommt ihm ein Gefühl der Leere. Er erhält Nachricht vom Tod seines Onkels. Umzug auf dessen Landgut, das Onegin nun erbt.

2. Bild Lensky und Onegin auf dem Land
Onegins städtische Erscheinung erregt auf dem Land Aufsehen. Beeindruckt von Lenskys Leidenschaft, die ihm selbst fehlt, freundet er sich mit ihm an.

3. BildBei Larina
Onegin begleitet Lensky zu einem Besuch bei Madame Larina, der Mutter von Tatjana und Olga. Onegin trifft zum ersten Mal auf Tatjana. Sie ist von seiner außergewöhnlichen Gestalt fasziniert – und ist schlagartig in ihn verliebt. Ihre Amme Filipjevna versucht sie zu beruhigen.

4. BildTatjanas Brief
In einem Brief an Onegin gesteht Tatjana ihre Liebe. Umgeben von ihren Romanfiguren lässt sie sich beim Schreiben von ihnen leiten. Bevor sie einschläft, sendet sie den Brief an Onegin.

5. BildTatjanas Traum
Tatjana träumt von einer Winterlandschaft. Ein Bär begleitet und schützt sie. In Gestalt eines Vampirs führt Onegin eine Schar Monster an. Lensky und Olga erscheinen als Brautpaar. Der Vampir erdolcht Lensky.

6. Bild Tatjanas Namenstag
Tatjana wacht auf. Es ist ihr Namenstag, den sie in Larinas Haus feiert. Onegin schenkt ihr ein Buch und tadelt ihre Unbesonnenheit. Er weist Tatjana ab. Später flirtet er mit Olga. Die Freundschaft von Lensky und Onegin zerbricht.

7. BildDas Duell
Tatjana blickt zurück auf das Duell zwischen Lensky und Onegin. Zaretsky treibt die Kontrahenten zum Duell. Onegin erschießt Lensky. Bewegungslos liegen Tatjanas Romanfiguren auf dem Boden.

 

2. AKT

Interludium
Unterwegs sucht Onegin nach Sinn und Erfüllung in seinem Leben. Lenskys Schatten verfolgt ihn. Tatjana betritt Onegins leeres Haus. Ihr Blick fällt auf seine Bücher. Olga heiratet einen Offizier.

8. BildEin Ball in Sankt Petersburg
Jahre später ist Tatjana die Frau des Prinzen N. Während eines Balls in Sankt Petersburg trifft sie plötzlich auf Onegin, der ihrer Erscheinung erliegt. Tatjana erinnert sich an ihr früheres Leben und an ihr Traumbild von Onegin.

9. BildOnegins Briefe
Angeregt von der Erinnerung an seinen Freund Lensky offenbart Onegin in mehreren Briefen Tatjana seine Liebe.

10. BildLetzte Begegnung
Tatjana liest Onegins Briefe immer wieder. Noch immer liebt sie ihn. Er sucht sie auf. Tatjana gesteht Onegin ihre Liebe – aber entsagt sich ihm zum Abschied.

 

 

 
 

 

Trailer

1 Pause
3 Stunden

Hamburgische Staatsoper
11., 14., 20. November
2014
26.
Mai
3., 4., 5, 6. Juni
2. Juli
2015

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Preise
5,- bis 97,- € (A)
4,- bis 89,- € (B)
4,- bis 79,- € (C)

 
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