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Choreografische Phantasien über Eleonora Duse
 

Ballett von John Neumeier

 

Musik
  Benjamin Britten
Arvo Pärt
     

Choreografie
Bühnenbild
Licht
Kostüme

  John Neumeier

 

Premiere
Hamburg Ballett, Hamburg, 6. Dezember 2015

 

Originalbesetzung
   

Eleonora Duse

Die Dienerin
(Désirée von Wertheimstein)

Der Soldat
(Luciano Nicastro)

Sein Freund
(Annunzio Cervi)

Der Mentor
(Arrigo Boito)

Der Verführer
(Gabriele D’Annunzio)

Die Freundin
(Isadora Duncan)

Die Rivalin
(Sarah Bernhardt)

Ihr Publikum

 

Alessandra Ferri

Hélène Bouchet
 

Alexandr Trusch
 

Jacopo Bellussi
 

Carsten Jung
 

Karen Azatyan
 

Anna Laudere
 

Silvia Azzoni
 

Marc Jubete

 

Unterstützt durch Else Schnabel und die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

 

"Sternensplitter – aus solchen Splittern erbaute ich mir eine Welt!"
Eleonora Duse

 

"Es gibt so viele Arten zu lieben und es gibt ebenso viele Offenbarungen der Kunst. Es gibt die Liebe, die erhebt und zum Guten führt: und es gibt die Liebe, die jeden Willen, jede Kraft, jede Bewegung des Verstandes lähmt. Mir scheint, diese ist die wahrste, aber sicherlich auch die verhängnisvollste … Wer vorgibt, Kunst zu lehren, versteht rein gar nichts von ihr … Zerreißt diesen dummen Brief; aber haltet mich nicht für dumm."

Eleonora Duse
an den Theaterkritiker Icilio Polese Santarnecchi

 

 

Eleonora Duse war eine der prägenden Theaterpersönlichkeiten an der Wende zum 20. Jahrhundert. Getrieben von dem Wunsch, die Schauspielkunst auf ein neues Niveau zu heben, setzte sie ihr Gewicht als berühmte Schauspielerin und Unternehmerin dafür ein, moderne Autoren wie Henrik Ibsen und Gabriele D'Annunzio in beispielhaften Inszenierungen bekannt zu machen. Mit ihrer als revolutionär empfundenen, "natürlichen" Schauspielkunst wurde "die Duse" auf der ganzen Welt von Publikum und Kritikern gefeiert.

John Neumeier nimmt das Leben dieser großen Schauspielerin, die so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Rainer Maria Rilke, Isadora Duncan, Konstantin Stanislawski und Marilyn Monroe inspirierte, zum Ausgangspunkt für seine aktuelle Neukreation. Fasziniert von der legendären Ausstrahlung der Duse und ihrer bedingungslosen Suche nach einem idealen Theater entwickelt er "choreografische Phantasien", die seinen persönlichen Zugang zu ihrer Biographie widerspiegeln. In Abgrenzung zu einem dokumentarischen Ansatz stellt John Neumeier die mythische Seite ihrer geistigen Entwicklung ins Zentrum seines Balletts und macht auf diese Weise den Persönlichkeitskern dieser einzigartigen Frau für heutige Zuschauer transparent. Die ausdrucksvolle Titelfigur wird von Alessandra Ferri verkörpert, die – wie die Duse – inzwischen selbst zu einer Ikone ihrer Zeit geworden ist.

 

 

 

Die Handlung

 
Teil I

Im Kino. Eleonora Duse erlebt ihren eigenen Film 'Cenere'. Der junge Soldat Luciano Nicastro begegnet der großen Schauspielerin. Fasziniert verlässt er sie, aber kehrt mit einem Strauß weißer Rosen zurück. Die Rosen und die Nähe des jungen Mannes erinnern Duse an ihre Anfänge.

Benjamin Britten (1913-1976): Variations on a theme of Frank Bridge op. 10 (1937),
Chant 1 – Introduction and Theme – Adagio – Chant 2

Durch die Identifikation mit Shakespeares Julia findet Duse zu einer neuen Form des Schauspielens. In ihrem Romeo erkennt sie Luciano. Ihre Erinnerung an die erste Vorstellung als Julia verschmilzt mit Gedanken aus Gegenwart und Vergangenheit. Die Tragödie von Romeo und Julia wird zum Schrecken des Ersten Weltkriegs.

Benjamin Britten: Frank Bridge Variations, March – Romance
Arvo Pärt (* 1935): Variationen zur Gesundung von Arinuschka (1977)
Benjamin Britten: Sinfonia da Requiem op. 20 (1940), Lacrymosa

Duse bewundert ihr großes Vorbild und ihre spätere Rivalin Sarah Bernhardt, deren Paraderolle die "Kameliendame" ist. Bernhardts extravagante Art entspricht aber nicht dem Weg und der Vision von Duse als Schauspielerin.

Benjamin Britten: Frank Bridge Variations, Aria Italiana – Bourée Classique

Die Begegnung und Beziehung zu einem Mentor weckt ihre Neugier und ihr Interesse am Wissen und an den großen Dichtern. Arrigo Boito übersetzt Shakespeares 'Anthony and Cleopatra' für die Duse.

Ihr Publikum umgibt sie ständig – begeistert, neugierig, aber zudringlich.

Benjamin Britten: Prelude and Fugue op. 29 (1943)

Erinnerungen an ihre Freundin Isadora Duncan werden wach. Die berühmte Tänzerin der Moderne verlor ihre beiden Kinder auf tragische Weise und fand bei Duse den einzigen Trost.

Benjamin Britten: Two Portraits (1930), Nr. 1 'D. Layton'

Duses Erfolg als Marguerite Gautier macht sie zur weithin berühmten Rivalin von Sarah Bernhardt. Luciano besucht sie – oder ist es nur in ihrer Vorstellung, dass sie in ihrem Armand den jungen Soldaten erkennt?

Benjamin Britten: Two Portraits, Nr. 2 'E.B.B.'

Der große Schriftsteller Gabriele D'Annunzio übt große Faszination auf die Duse aus, intellektuell und erotisch. Eine stürmische Beziehung entsteht – und zerbricht. D’Annunzio ist ein Frauenheld.

Benjamin Britten: Frank Bridge Variations, Wiener Walzer
Benjamin Britten: Sinfonia da Requiem, Dies irae
Benjamin Britten: Frank Bridge Variations, Moto Perpetuo

Ein Telegramm berichtet, dass Luciano Nicastro im Sterben liegt. Duse besucht ihn und verabschiedet sich.

Benjamin Britten: Frank Bridge Variations, Funeral March – Chant 3

Die Bühne ist ihr Trost. Endlose Tourneen erwarten sie. Die treue Désirée begleitet sie. Sie tritt wieder als Schauspielerin auf: in 'Die Kameliendame', 'Mirandolina', 'La Gioconda' und 'Die Frau vom Meer'. Erinnerungen an die Menschen ihrer Vergangenheit mischen sich mit den Figuren aus ihrem Repertoire.

Benjamin Britten: Frank Bridge Variations, Fugue

Ein heftiges Unwetter während ihrer letzten Tournee. Die Schauspielerin stirbt. Tausende Menschen in New York, Neapel und Asolo sind tief getroffen und strömen zu den Trauerfeiern.

Benjamin Britten: Frank Bridge Variations, Finale
Benjamin Britten: Sinfonia da Requiem, Requiem aeternam

 

Teil II

In einer anderen Welt begegnet Eleonora Duse noch einmal den wichtigsten Männern ihres Lebens.

Arvo Pärt: Fratres (für Violine und Klavier, 1980)
Arvo Pärt: Fratres (für Streichorchester und Schlagzeug, 1991)
Arvo Pärt: Cantus in Memory of Benjamin Britten (1980)

 

 

 

 
 

 
Trailer
Fotos
Die Handlung

1 Pause
2 Stunden 45 Min.

Spielzeit 2016/2017

Hamburgische Staatsoper
19., 22., 23. Februar
19., 20., 25., 27. April
3. Juli
2017

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