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Nijinsky-Gala XLVII

Die "Nijinsky-Gala" bildet jedes Jahr den krönenden Abschluss der Hamburger Ballett-Tage. Jedes Jahr steht die Gala unter einem neuen Motto, zu dem John Neumeier einen Ballettabend mit Tänzern des Hamburg Ballett und internationalen Star-Gästen gestaltet. Auf dem Programm stehen seine eigenen Choreografien und Arbeiten anderer Choreografen.

"Für meine 47. Nijinsky-Gala habe ich mich von Jubiläen anregen lassen, die mir persönlich etwas bedeuten. Anfangs dachte ich spontan an Serge Diaghilev, den genialen Kopf hinter dem historischen Erfolg der Ballets Russes, der vor 150 Jahren geboren wurde. Auch die Uraufführung von Nijinskys bahnbrechender Choreografie zu Debussys Préludes à l'après-midi d'un faune vor 110 Jahren war mir sehr bewusst. Dazu traten Komponisten wie Franz Schubert, dessen 225. Geburtstag die Musikwelt dieses Jahr feiert.
Fast noch wichtiger erscheinen mir Verbindungen, die sich aus meiner eigenen, Jahrzehnte überspannenden Biografie speisen. So integriere ich in das Galaprogramm mein jüngst in Düsseldorf uraufgeführtes Ballett from time to time, zu dem mich unter anderem meine 60 Jahre zurückliegende Emigration aus Amerika inspirierte. Im gleichen Jahr begann Rudolf Nurejew, kurz nach seiner spektakulären Flucht in den Westen, mit Margot Fonteyn aufzutreten – später auch in meinem Ballett Don Juan, das vor 50 Jahren uraufgeführt wurde. Besonders nahe aber liegt mir ein relativ junges Jubiläum, das in eine lebendige Zukunft weist: das 10-jährige Bestehen des Bundesjugendballett."

John Neumeier

Sonntag, den 3. Juli 2022 | 18.00 Uhr | Mehr...
Leitung: John Neumeier
Musikalische Leitung: Nathan Brock
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

1. TEIL

Gopak
Musik: traditionelle Musik
Choreografie: Konstantin Tselikov

Schüler*innen der Theaterklassen VII und VIII

Opus 67
Musik: Dmitri Schostakowitsch – Klaviertrio e-Moll, op. 67
Choreografie: Raymond Hilbert

Lormaigne Bockmühl, Justine Cramer, Mirabelle Seymour, Anna Zavalloni
Pepijn Gelderman, Lennard Giesenberg, Thomas Krähenbühl, João Vitor Santana

aus A Cinderella Story
Musik: Sergej Prokofjew
Choreografie und Inszenierung: John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose
Lichtdesign: Max Keller

Emilie Mazon, Madoka Sugai, Alessandro Frola

aus Ghost Light
Musik: Franz Schubert
Choreografie, Bühne, Licht und Kostüme: John Neumeier
Kostüme aus "Die Kameliendame" und "Der Nussknacker" von Jürgen Rose

Christopher Evans, Félix Paquet, Aleix Martínez und Ensemble
Klavier: Michal Bialk

aus Der NussknackerGrand Pas de deux
Musik: Peter I. Tschaikowsky
Choreografie und Inszenierung: John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose

Leslie Heylmann und Matias Oberlin – Emilie Mazon

aus Carousel
Musik: Rodgers & Hammerstein
Choreografie: Kenneth MacMillan

Matthew Ball, Mayara Magri
The Royal Ballet, London

3 Gnosiennes
Musik: Erik Satie – Trois Gnossiennes
Choreografie: Hans van Manen
Kostüme: Joop Stokvis, Hans van Manen

Olga Smirnova, Jakob Feyferlik
Dutch National Ballet
Klavier: Michal Bialk

2. TEIL

from time to time

Musik: Franz Schubert
Choreografie, Bühne, Kostüme, Licht: John Neumeier
Film: Kiran West

Julio Morel, Simone Messmer, Rashaen Arts
Evan L'Hirondelle, Pedro Maricato, Futaba Ishizaki
Ballett am Rhein
Klavier: Michal Bialk

Die Einladung von Demis Volpi kam überraschend, aber seine Idee faszinierte mich. Georges Balanchines Die vier Temperamente in Verbindung zu setzen mit vier neu kreierten Werken, die den vier einzelnen Temperamenten gewidmet sind, machte mich gespannt. Melancholie ist mir zugeteilt.
Nie zuvor hatte ich präzise darüber nachgedacht, wie subtil dieses Temperament tatsächlich ist. Irgendwo zwischen Nostalgie und tiefer Trauer – "Melancholie" ist schwer zu definieren. Nicht zuletzt, weil es immer sehr persönlich ist.
Meine Melancholie gehört mir alleine. Sie haben Ihre eigene Melancholie. Obwohl unsere "gemeinsame Melancholie" ähnliche Quellen haben kann: die nicht wiedererlebbare Vergangenheit, die allzu schnell verstreichende Zeit, eine ferne Familie oder das Fehlen eines Menschen, zu dem man sagen kann: "Do you remember, when ...?"
Melancholische Gedanken führten mich über Schostakowitsch (tragisch) und Beethoven (traurig) zu Simon and Garfunkel und Schubert – und letztendlich zu dessen letzter Klaviersonate. Als David Fray mir, ohne mein neues Projekt zu kennen, vor einer Ghost Light-Probe die erste Phrase des ersten Satzes spontan vorspielte, erkannte ich meine eigene Melancholie in Schuberts.
Wie immer: Die lebendige emotionale Form bekam mein Ballett erst mit der ersten Probe im Ballettsaal. In meiner Improvisation, gespiegelt durch die Tänzerinnen und Tänzer des Ballett am Rhein, fing eine melancholische Reise an, dessen Endstation from time to time sein wird.
John Neumeier

3. TEIL
L'Après-midi d'un faune
Musik: Claude Debussy
Choreografie: John Neumeier

Edvin Revazov, Anna Laudere, David Rodriguez

aus Don Juan
Musik: Christoph Wilibald Gluck, Toás Luis de Victoria
Choreografie und Inszenierung: John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme: Filipo Sanjust

Alexandr Trusch, Alina Cojocaru

aus Dritte Sinfonie von Gustav Mahler – 4. Satz
Musik: Gustav Mahler
Choreografie und Lichtkonzept: John Neumeier

Xue Lin, Karen Azatyan, Jacopo Bellussi
Mezzosopranistin: Gerhild Romberger

Grand Pas Classique
Musik: Daniel-Francois Auber
Choreografie: Victor Gsovsky
Licht: Brad Fields
Kostüme: Marcos Paredes

Olga Smirnova, Jakob Feyferlik
Dutch National Ballet

aus Beethoven-Projekt II  7. Sinfonie, 3. und 4. Satz
Musik: Ludwig van Beethoven
Choreografie: John Neumeier
Bühnenbild: Heinrich Tröger
Kostüme: Albert Kriemler – A-K-R-I-S-

Madoka Sugai, Alexandr Trusch und Ensemble
 

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