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Donnerstag 21.12.2017, 19.30 - 22.15 Uhr | Großes Haus

Ballett von Rudolf Nurejew nach Marius Petipa

Don Quixote

Im Jahr 2018 feiert die Ballettwelt den 200. Geburtstag des Choreografen Marius Petipa. Aus diesem Anlass nimmt das Hamburg Ballett eins seiner berühmten Werke neu ins Repertoire auf: Don Quixote. Ballettintendant John Neumeier erläutert: "Don Quixote" gehört zu der Reihe großer Meisterwerke der klassischen Choreografie, die ich mit meiner Compagnie in loser Folge auf die Bühne der Hamburgischen Staatsoper gebracht habe: "La Fille mal gardée" (Frederick Ashton), "Jewels" (George Balanchine) und "Dances at a Gathering/The Concert" (Jerome Robbins). Nach gründlicher Recherche habe ich mich dafür entschieden, "Don Quixote" in der Fassung von Rudolf Nurejew zu zeigen. Meiner Ansicht nach ist es die überzeugendste Version des Balletts, die zugleich die Qualität des Hamburg Ballett effektvoll zur Geltung bringt."

Das Ballett "Don Quixote" war für Rudolf Nurejew mehr als einmal in seinem Leben von immenser Bedeutung. 1960 tanzte er den Basil in einer Aufführung des Kirov Ballett in Leningrad, bei der eher zufällig die Pariser Künstleragentin Janine Runguet im Publikum saß. Davon überzeugt, einen der besten Balletttänzer der Welt entdeckt zu haben, setzte sie alles daran, dass Nurejew an der bevorstehenden Tournee der Compagnie nach Paris teilnehmen konnte – und ermöglichte so seine grandiose Karriere im Westen.

Sechs Jahre später brachte Nurejew seine eigene Fassung von "Don Quixote" mit dem Wiener Staatsopernballett heraus. Den Sommer verbrachte er zur Vorbereitung mit der Lektüre von Cervantes' Roman, wie er sich später erinnerte: "Es gibt dort so viel Inhalt", sagte er, "aber im Ballett müssen wir oberflächlich bleiben. Ich habe versucht, verschiedene Gedanken aus dem Buch, ja selbst die Eindrücke, die die Lithographien von Callot auf mich gemacht haben, in Tanz zu übertragen, aber ich hatte Angst, zu viele kommentierende Elemente einzufügen."

Nurejew versuchte, nicht nur die Romanvorlage, sondern auch die geistige Welt Petipas zu durchdringen – ohne dabei die virtuose Seite der russischen Balletttradition aus den Augen zu verlieren. Er stellte das Gleichgewicht von mimisch erzählten Handlungselementen und klassisch-tänzerischen Passagen wieder her. Mit dichten, kontrastierenden Szenenwechseln unterstrich er die jeweils besondere Beziehung des Hauptpaars Kitri/Basil zum noblen Ritter, zum eitel-grotesken Gamache und zu den Traumfiguren der Dulcinea und der Dryaden. Mit seiner vorbildlichen Gewissenhaftigkeit setzte Nurejew Maßstäbe in der Herangehensweise von Klassikereinstudierungen. 15-mal wurde sein "Don Quixote" weltweit einstudiert, bis das Ballett 2011 von Manuel Legris an die Wiener Staatsoper zurückgeholt wurde. Zum Auftakt des Petipa-Jubiläums 2018 kommt dieses wahrhaft klassische Werk auch beim Hamburg Ballett zu neuen Ehren.

Musik: Ludwig Minkus
Choreografie: Rudolf Nurejew nach Marius Petipa
Bühnenbild und Kostüme: Nicholas Georgiadis
Einstudierung: Manuel Legris, Jean-Christophe Lesage, Lukas Gaudernak

2 Stunden 45 Minuten | 2 Pausen

Premiere in Hamburg:
Hamburg Ballett, 10. Dezember 2017

Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper.
Die Ausstattung stellt uns freundlicherweise das Wiener Staatsballett zur Verfügung

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ZUM INHALT

PROLOG

Im Hause von Don Quixote
Der Landedelmann Don Quixote hält sich für einen tapferen Ritter, wie sie in den von ihm mit Leidenschaft verschlungenen Romanen vorkommen. In seinen Träumen erscheint ihm Dulcinea, Heldin dieser Erzählungen, als seine Auserwählte. Doch sein Nachbar Sancho Pansa, verfolgt von Dienerinnen, denen er ein Huhn gestohlen hat, stört seine Träume. Don Quixote macht Sancho zu seinem ritterlichen Begleiter, und zusammen brechen sie auf, die Welt zu erobern.

1. AKT

Ein großer Platz in Barcelona
Kitri, die Tochter des Wirtes Lorenzo, sucht in der Menge nach ihrem Geliebten, dem Barbier Basil. Ihr freudiger Tanz wird von Lorenzo unterbrochen, der Basil als zukünftigen Schwiegersohn ablehnt, weil er Kitri mit dem reichen und adeligen Gamache verheiraten möchte. Kitri weist diesen jedoch energisch ab. Die Ankunft von Don Quixote und Sancho Pansa beendet ihren Disput. Lorenzo bietet dem Ritter seine Gastfreundschaft an und lädt ihn in seine Herberge ein. Sancho Pansa, der sich etwas zu eifrig um einige junge Damen kümmert, wird von mehreren Burschen attackiert, bis ihm Don Quixote schließlich zu Hilfe eilt. Galant bietet er seinen Arm zu einem Menuett. Gamache ist wütend. Kitri und Basil nutzen die Verwirrung, um zu fliehen.

2. AKT

1. Szene: Zigeunerlager
Kitri und Basil finden Zuflucht in einer Windmühle. Sie werden von Zigeunern überrascht, die sie berauben wollen. Sie merken jedoch sehr schnell, dass die beiden arm sind und versprechen sich eine größere Beute bei Lorenzo und Gamache, die inzwischen das Versteck von Kitri und Basil entdeckt haben. Don Quixote und Sancho Pansa erscheinen ebenfalls. Die Zigeuner werden zu Komplizen der Verliebten. Sie versuchen, Don Quixote gegen Lorenzo und Gamache aufzustacheln. Zu diesem Zweck bauen sie ein Puppentheater auf, wo sie die bedrohte Liebesbeziehung zwischen Kitri und Basil szenisch darstellen. Von dem Spiel mitgerissen, will Don Quixote den Verliebten zu Hilfe eilen und zerschlägt das Theater. Unvermittelt steht Don Quixote vor der Windmühle. In dem Glauben, mit einem gigantischen Feind konfrontiert zu sein, greift er an, wird aber von den Flügeln fortgerissen und zu Boden geworfen. Als Gespenster verkleidet, versuchen die Zigeuner dem Ritter Schrecken einzujagen. Kitri und Basil gelingt erneut die Flucht.

2. Szene: Der Traum von Don Quixote
Don Quixote, verwundet und halb ohnmächtig, träumt, dass man ihn als Belohnung für seinen Mut und seine Treue in einen Zaubergarten gebracht habe. Die Königin der Dryaden führt ihn zu Dulcinea, der er seine Liebe gesteht. Aber der Traum entschwindet.

3. AKT

1. Szene: Eine Taverne
Kitri und Basil, glücklich, ihren Verfolgern entronnen zu sein, feiern dies mit einigen Freunden in einer Taverne. Aber Lorenzo, Gamache, Don Quixote und Sancho Pansa fol- gen ihnen auf dem Fuß. Lorenzo ist fest entschlossen, Kitri mit Gamache zu verheiraten. In seiner Verzweiflung täuscht Basil einen Selbstmord vor. Kitri fleht den Ritter um Hilfe an. Dieser zwingt Lorenzo, Kitri mit dem "Sterbenden" zu vereinigen. Kaum jedoch hat der Vater seinen Segen gegeben, erhebt sich Basil fröhlich. Gamache, empört über dieses Spiel, fordert Don Quixote zum Duell heraus und wird dabei besiegt.

2. Szene: Die Hochzeit
Während Kitri und Basil ausgelassen ihre Hochzeit feiern, brechen Don Quixote und Sancho Pansa zu neuen Abenteuern auf.


Information:

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 6,00 EUR bis 109,00 EUR

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