Ballett von John Neumeier
frei nach Shakespeare

 

Musik
  Antonio Vivaldi
Choreografie
Inszenierung
  John Neumeier
Bühnenbild
  Hans-Martin Scholder
Kostüme
  Christina Engstrand

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Hamburg, 22. Dezember 1996

 

Originalbesetzung    
Viola
  Gigi Hyatt
Sebastian
  Lloyd Riggins
Olivia
  Heather Jurgensen
Orsino
  Nicolas Musin
Malvolio
  Janusz Mazon
Sir Andrew
  Alexandre Riabko
Marie
  Niurka Moredo
Sir Tobby   Radik Zaripov
Antonio   Jacopo Munari

 

Ich erinnere ein Stück von Shakespeare, in dem es um zwei Zwillinge geht. Sie verlieren einander bei einem Schiffbruch während eines Sturmes. Das Mädchen kommt in ein fremdes Land (dieser Auftritt ist voll Zauber...). Sie verkleidet sich als Junge und dient bei einem liebeskranken Herzog, der in eine Frau verliebt ist, die ihn nicht liebt. Ich glaube, sie ist ganz traurig - vielleicht ist auch ihr Bruder gestorben? Das Mädchen verliebt sich in seinen Chef, und komischerweise hatte ich das Gefühl, dass auch er sich in sie verliebt hat, obwohl sie ein Junge ist. Das Mädchen muss die Liebesbotschaft des Herzogs zu der traurigen Frau bringen, und die traurige Frau verliebt sich prompt in den "Rosenkavalier". Der Zwillingsbruder des Mädchens ist übrigens nicht ertrunken, sondern von einem Mann gerettet, der ihn auch zu lieben scheint. Sie alle lieben scheint's den Falschen! Auf jeden Fall taucht am Ende der Zwillingsbruder auf und macht die Traurige glücklich. Die Zwillingsschwester entpuppt sich als Mädchen, und dadurch darf der Herzog sie endlich wirklich lieben ... was er, wie ich glaube, die ganze Zeit getan hat. Doch es gibt auch andere, die die traurige Frau lieben, einen etwas Schüchtern-Tolpatschigen, der mich irgendwie gerührt hat. Er wird gepuscht von einem starken Verwandten der traurigen Dame sowie einer klugen, durchsetzungsfähigen Untergebenen. Es gibt einen sehr aufgeblasenen, etwas bissigen, arroganten Typ, der die Traurige ebenfalls liebt. Auch er bekommt sie nicht, sondern erleidet einen derben Spaß, den andere ihm spielen, und erlebt ein trauriges Ende. Übrigens, ich habe nicht sehr viel bei diesem Stück gelacht. Ich erinnere viel mehr eine "lyrische Verwirrung" der Geschlechter.
Vivaldi passt zu dieser Welt!

John Neumeier

 

Pressestimme

Der Choreograf löst die Hauptfiguren wie Viola, Sebastian oder Orsino aus Shakespeares Komödie "Was ihr wollt" und lässt sie sich zu Vivaldis Musik bewegen. Dabei entstehen Szenen voller Tanzfreude, die zum Teil das Theaterstück reflektieren, aber auch weit über es hinausgehen.: " ... eins der schönsten Handlungsballette ..., das in den letzten Jahren in der großen weiten Welt des Balletts zwischen Moskau und New York das Licht der Bühne erblickt hat ..."
Horst Koegler, Stuttgarter Zeitung

 

 
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