Ballett von John Neumeier
nach William Shakespeare

August Everding in Dank gewidmet
J. N.

 

Musik
  Felix Mendelssohn Bartholdy
György Ligeti
und traditionelle  mechanische Musik
Choreografie
Inszenierung
  John Neumeier
Bühnenbild
 Kostüme
  Jürgen Rose

1 Pause - 2 Stunden 30 Min.

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Hamburg, 10. Juli 1977

 

Originalbesetzung    
Hippolyta/Titania
  Zhandra Rodriguez
Theseus/Oberon
  François Klaus
Philostrat/Puck
  Kevin Haigen
Hermia
  Magali Messac
Helena
  Marianne Kruuse
Lysander
  Ivan Liska
Demetrius
  Tanju Tüzer
Zettel/Pyramus   Max Midinet
Flaut/Thisbe   Richard Gibbs

 

Gastspiele
1978 Stuttgart, Frankfurt-Hoechst, München, Leverkusen 1979 Warschau, Paris, Köln 1980 Luxemburg, Mannheim, Bukarest, Lausanne, Bregenz, Wiesbaden, Brüssel 1981 Sao Paulo, Rio de Janeiro, Buenos Aires, Sankt Petersburg 1983 New York, Venedig, Dortmund 1984 Toronto, Ottawa, Chicago (Ravinia Festival) 1986 Tokio, Sendai, Yokohama, Nagoya, Osaka, Kita-Kyushu 1990 Ludwigshafen, Stuttgart, Taormina, Schwerin 1991 Belfast 1993 Frankfurt-Hoechst 1997 Hannover 1999 Hongkong, Shanghai, Beijing 2000 Prag, Baden-Baden 2011 Gütersloh 2012 Baden-Baden, Brisbaine 2014 San Francisco

Im Repertoire
Ballet de l'Opéra National de Paris
Bolschoi-Ballett
Königlich Dänisches Ballett
Königlich Schwedisches Ballett
Wiener Staatsballett

 

"Du, Schlaf, der oft dem Grame Lind'rung leiht,
Entziehe mich mir selbst auf kurze Zeit"
-Sommernachtstraum III, 2

 

Shakespeares Komödie über die Verwirrspiele der Liebe im wirklichen Leben sowie in der phantastischen Feenwelt zählt zu John Neumeiers schönsten Produktionen. Die drei inhaltlichen Ebenen spiegeln sich auch in der Musik: Der Hofstaat tanzt zu Mendelssohn Bartholdys berühmter Komposition, György Ligetis Klangwelten entführen die Charaktere in den Feenwald und die Handwerker folgen ihrer Drehorgel. John Neumeier schildert jede der drei Welten mit viel Einfühlungsvermögen, Witz und Poesie.

 

Die Handlung

Prolog

Hippolytas Zimmer

Am Vorabend der Hochzeit von Hippolyta und Theseus, Herzog von Athen, sind die letzten Vorbereitungen im Gange. Hippolytas Freundinnen Helena und Hermia helfen ihr bei der Fertigstellung des Brautkleides. Philostrat, Aufseher der Lustbarkeiten am Hofe des Theseus, überwacht alles.

Der Schatzmeister überreicht Hippolyta den Hochzeitsschmuck. Er wird begleitet von dem Offizier Demetrius, dem ehemaligen Verlobten von Helena, der jetzt vergeblich um Hermia wirbt. Helena aber liebt Demetrius immer noch. Der Gärtner Lysander bringt einige Proben der Hochzeitsblumen. Er ist ebenfalls in Hermia verliebt, wie sie auch in ihn. Heimlich gibt Lysander Hermia einen Brief, in dem er um ein Rendezvous im Wald bittet, und einen Zweig des Olivenbaums, unter dem sie sich treffen sollen. Die eifersüchtige Helena findet den Brief und zeigt ihn Demetrius. Theseus besucht Hippolyta. Er schenkt ihr eine Rose, flirtet aber gleichzeitig mit den schönen Hofdamen. Hippolyta bemerkt alles und zweifelt an ihrer Liebe zu dem für sie erwählten Ehemann Theseus.

Eine Gruppe von Handwerkern, angeführt von dem Weber Zettel, tritt ein und bittet um die Genehmigung, das Stück "Pyramus und Thisbe" bei dem Hochzeitsfest aufführen zu dürfen. Allein gelassen findet Hippolyta Lysanders Liebesbrief an Hermia. Nachdenklich schläft sie ein. Sie träumt . . .
 

1. Akt

Nacht - Im Wald   Die Feenwelt

Titania, Königin der Feen, streitet sich mit dem Elfenkönig Oberon. Im Zorn gibt Oberon seinem vertrauten Elf Puck eine Blume, die eine Zauberwirkung hat: Wenn man sie über die Augen eines Schlafenden schüttelt, verliebt sich dieser in den ersten, den er beim Aufwachen sieht. Im Auftrag von Oberon soll Puck Titania einen Schabernack spielen.

Glücklich treffen sich Lysander und Hermia im Wald. Demetrius sucht Hermia. Helena folgt Demetrius. Oberon beobachtet sie alle.

Aus Mitleid mit Helena fordert Oberon Puck auf, die Liebesblume auf Demetrius zu verwenden, damit er sich wieder in Helena verlieben kann.

Lysander und Hermia haben sich im Wald verloren. Sie schlafen getrennt voneinander ein. Aus Versehen hält Puck die Liebesblume über Lysander. Lysander wird zufällig von Helena aufgeweckt. Sogleich verliebt er sich leidenschaftlich in sie. Verwirrt läuft Helena vor ihm davon. Hermia wacht auf und sucht Lysander.
Zettel und seine Kameraden suchen einen Platz im Wald, um ihr Stück zu probieren. Die Rollen werden verteilt, und Zettel leitet die Probe. Puck schaut ihnen belustigt zu. Aus Spaß verwandelt er den Kopf Zettels in den eines Esels. Die anderen Handwerker schrecken vor ihm zurück. Titania und ihr Gefolge schlafen ein. Puck verwendet nun die Liebesblume auf Titania. Von Zettel mit dem Eselskopf zufällig aufgeweckt, verliebt sie sich leidenschaftlich in ihn. Während Oberon Demetrius beobachtet, der immer noch in Hermia verliebt ist, erkennt er Pucks Fehler. Um diesen Fehler zu korrigieren, verwendet Puck die Blume nochmals, jetzt tatsächlich auf Demetrius. Helena stolpert über den Schlafenden und weckt ihn auf. Er verliebt sich auch in sie.

Oberon erkennt die totale Verwirrung und befiehlt Puck, alles wieder in Ordnung zu bringen. Puck arrangiert die schlafenden Liebhaber nebeneinander und verwendet nochmals die Liebesblume.
 

2. Akt

Morgendämmerung in Wald

Helena, Hermia, Lysander und Demetrius wachen auf und finden zueinander. Die Handwerker finden Zettel, von seinem Eselskopf befreit.

Hippolytas Zimmer

Die noch auf ihrem Sofa träumende Hippolyta wird von Theseus beobachtet. Zärtlich weckt er sie auf. Beide erkennen, dass sie sich verliebt haben.

Die anderen Liebespaare treten ein und bitten darum, auch gleich heiraten zu dürfen. Theseus gibt ihnen seinen Segen.

Festsaal im Schloss von Theseus

Das Hochzeitsfest wird gefeiert. Die Handwerker führen ihr Stück "Pyramus und Thisbe" auf. Nachdem die Hochzeitsgäste sich entfernt haben, gestehen Hippolyta und Theseus einander ihre Liebe.

 

Pressestimmen

Dauerhafter Zauber. Eines der schönsten und ingeniösesten Ballette von John Neumeier.
Die Welt

Frisch aufpoliert und neu einstudiert erweist sich dieser höchst erfolgreiche Klassiker von Hamburgs Ballettchef auch nach Zwanzig Jahren noch als blitzend geschliffenes Juwel.
Hamburger Abendblatt

Der "Sommernachtstraum" ist ein Juwel in John Neumeiers Oeuvre. Neumeiers Umsetzung der Liebeswirren in Tanz bleibt unübertroffen: Klar erzählt, mit Charme und Humor.
Hamburger Morgenpost

Könnte man meinen, die ohnehin komplexen Beziehungsgefüge des Dramas werden ohne Sprache vollends verwirrend. Aber nein, der textlose Shakespeare wird in Neumeiers Choreografie übersichtlicher, der Handlungsfaden durch kleine Veränderungen klarer. Viele Lacher gehörten der trotteligen Handwerkergruppe und ihrem Anführer Zettel; deren Szenen choreografierte John Neumeier brillant in bester Commedia dell'Arte-Manier.
Hamburger Morgenpost

Zauberhaftes Zauberspiel - Märchenhafte Mischung.
Die Welt

 

Fotos
Trailer

 
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