Vier junge Choreografen arbeiten mit dem HAMBURG BALLETT - JOHN NEUMEIER.
Als Gewinner des choreografischen Wettbewerbs "PRIX Dom Pérignon 2003" wird Marco Goecke ein neues Stück präsentieren. Auch die beiden Hamburger Tänzer Jirí Bubenícek und Yukichi Hattori, mehrfach Finalisten dieses Wettbewerbs, choreografieren für die Premiere der 31. Hamburger Ballett-Tage. Christopher Wheeldon hat in Hamburg 2001 das Ballett "VIII." für "The Britten Evening" kreiert. Jetzt zeigt er "Polyphonia" zu Klaviermusik von György Ligeti. Das gefeierte Werk war Christopher Wheeldons erstes als Hauschoreograf des New York City Ballet.

 

 

Ballett von Marco Goecke

 

Musikcollage
  Chet Baker
Michael Jüllich
Choreografie
  Marco Goecke

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Hamburg, 19. Juni 2005

 

Originalbesetzung
  Joseph Aitken
Silvano Ballone
Thiago Bordin
Stephan Bourgond
Antonin Comestaz
Orkan Dann
Peter Dingle
Emil Faskhoutdinov
Andrew Hall
Yaroslav Ivanenko
Arsen Megrabian
Yohan Stegli
Alexandre Riabko
Lloyd Riggins

 

 Marco Goecke

1972 in Wuppertal geboren, begann Marco Goecke seine professionelle Tanzausbildung mit 16 Jahren an der Ballettakademie Köln. Danach studierte er an der Heinz-Bosl-Stiftung in München und schließlich am Königlichen Konservatorium Den Haag. 1980 bekam Marco Goecke sein erstes Engagement an der Deutschen Staatsoper Berlin. Später wechselte er zum Theater Hagen. Seit 2000 ist er freier Choreograf. Seine erste eigene Choreografie, "Loch", wurde 2000 fürs Theater Hagen kreiert. 2001 choreografierte er "Chicks", 2002 "Demigods" und 2004 "Yckyucky" für die Noverre Gesellschaft in Stuttgart. Im Juni 2002 wurde er an das Choreographic Institute New York ("Diamond Project") eingeladen und choreografierte ein Stück mit Tänzern des New York City Ballet, 2004 kreierte er im Joyce Theatre am Broadway "Mopey" für Peter Boal & Company, das dann auch beim Jacob's Pillow Festival sowie bei der Biennale in Venedig gezeigt wurde. Mit "Blushing" gewann er den ersten Preis des internationalen choreografischen Wettbewerbs "PRIX Dom Pérignon 2003" in Hamburg. 2004 wurde er zum Festival des Tanztheater Pina Bauschs mit den Stücken "Mopey" und "Blushing" eingeladen. 2005 choreografierte er "Sweet Sweet Sweet" für das Stuttgarter Ballett. Seine nächsten Kreationen sind Auftragsarbeiten für das HAMBURG BALLETT und für das Pacific Northwest Ballet (Seattle).

 

 

Ballett von Jirí Bubenicek

 

Musik
  Otto Bubenícek
Choreografie
  Jirí Bubenicek
Text
  Edd Schouten
Kostüme
  Elsa Pavanel

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Hamburg, 19. Juni 2005

 

Originalbesetzung
 

Silvia Azzoni
Hélène Bouchet
Anja Behrend
Philippa Cook
Maria Kousouni
Carolina Mancuso
Stephanie Minler
Yuka Oishi
Mariana Zanotto

Silvano Ballone
Jirí Bubenícek
Otto Bubenícek
Emil Faskhoutdinov
Carsten Jung
Arsen Megrabian
Stefano Palmigiano
Edvin Revazov
Alexandre Riabko
Yohan Stegli
Konstantin Tselikov

 

 

Ballett von Yukichi Hattori

 

Musik
  Johann Sebastian Bach
Cello Suite Nr. 1 in G-Dur BWV 1007,
Prélude
Konzert für 2 Violinen in d-moll BWV 1043,
Vivace
Konzert für Oboe und Violine in c-moll BWV 1060, 2. Satz Adagio, 3. Satz Allegro
Violinkonzert a-moll BWV 1041,
Allegro assai, Andante
Choreografie
  Yukichi Hattori

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Hamburg, 19. Juni 2005

 

Originalbesetzung
 

Hélène Bouchet
Georgina Broadhurst
Galien Johnston
Irina Krouglikova

Joseph Aitken
Loris Bonani
Peter Dingle
Stefano Palmigiano
Yohan Stegli
Ivan Urban

und das Ensemble

 

 

Ballett von Christopher Wheeldon

 

Musik
  György Ligeti
Désordre aus Études pour piano,
premier livre (1985)
Arc-en-ciel aus Études pour piano,
premier livre (1985)
Nr. 4 Tempo di Valse aus
Musica Ricercata (1951-1953)
Invention (1948) Nr. 8 Vivace energico
aus Musica Ricercata (1951-1953)
Nr. 2 Hopp ide tisztan aus
Three Wedding Dances (1950)
No. 7 Cantabile molto legato (1951-1953)
Nr. 3 Allegro con spirito aus
Musica Ricercata (1951-1953)
Nr. 2 Mesto, rigido e cerimoniale aus
Musica Ricercata (1951-1953)
Capriccio Nr. 2 – Allegro robusto (1947)
Choreografie
  Christopher Wheeldon

 

Uraufführung
New York City Ballet, New York State Theater
4. Januar 2001

 

Originalbesetzung
 

Alexandra Ansanelli
Jennie Somogyi
Jennifer Tinsley
Wendy Whelan

Jason Fowler
Craig Hall
Edwaard Liang
Jock Soto

 

Premiere in Hamburg
Hamburg Ballett, Hamburg, 19. Juni 2005
Choreography © by Christopher Wheeldon

 

Premierenbesetzung
 

Silvia Azzoni
Hélène Bouchet
Heather Jurgensen
Maria Kousouni

Thiago Bordin
Carsten Jung
Alexandre Riabko
Yohan Stegli

 

"Romantisch mit einem komischen Twist", so beschreibt Christopher Wheeldon seine neue Arbeit, die auf 10 Klavierstücke von Ligeti choreografiert ist.
Das choreografische Spektrum geht von der klaren,
neoklassischen Kantigkeit von Balanchine durch verspielte Duos, einem träumerischen Waltzer, einem zarten, klagenden Solo bis zur intensiven Verflechtung eines Paares.

 

 
 Christopher Wheeldon

Christopher Wheeldon zählt zu den gefragtesten neoklassischen Choreografen unsere Zeit. Geboren in Somerset (England) begann er seine tänzerische Ausbildung an der East Coker Ballet School und wurde im Alter von elf Jahren in die Royal Ballet School aufgenommen, wo er sieben Jahre lang studierte; 1991 wurde er Mitglied des Royal Ballet. Zwei Jahre später wechselte er zum New York City Ballet und stieg dort 1998 zum Solisten auf. Er tanzte in zahlreichen Choreografien von George Balanchine, darunter "Divertimento No. 15", "The Four Temperaments", "Ein Sommernachtstraum" und "Der Nussknacker", sowie in Werken von Jerome Robbins ("West Side Story", "Dances at a Gathering", "Goldberg Variations").

Im Jahr 2000 beendete Wheeldon seine Tänzer-Karriere beim New York City Ballet und wurde 2001 zum ersten Haus-Choreografen der Compagnie ernannt. Er choreografierte 1997 "Slavonic Dances" (Anton Dvorak), 1999 "Scènes de ballet" (Igor Stravinsky), 2000 "Mercurial Manoeuvres", 2001 "Polyphonia" (György Ligeti) und "Variations Sérieuses" (Felix Mendelssohn), 2002 "Morphoses" (György Ligeti) and "Carousel (A Dance)" (Richard Rodgers), 2003 "Mesmerics" (Philip Glass), "Le Carnaval des animaux" (Camille Saint-Saëns) und "Liturgy" (Arvo Pärt), 2004 "Shambards" (James MacMillan), 2005 "After the Rain" (Arvo Pärt) und "An American in Paris" (George Gershwin).

Er hat außerdem für verschiedene Compagnien eigene Choreografien geschaffen, u.a.: 1999 "Feuervogel" für das Boston Ballet, 2000 "Sea Pictures" und 2002 "Continuum" für das San Francisco Ballet, 2001 "VIII" für das Hamburg Ballett, 2002 "Tryst" für das Royal Ballet, 2004 "Schwanensee" für das Pennsylvania Ballet sowie die Ballettsequenzen für den Film "Center Stage". Wheeldon hatte sein choreografisches Broadway-Debüt 2002 mit der Bühnenversion des Films "Sweet Smell of Success".

1996 wurde Wheeldon mit dem Mae L. Wien Award des Lincoln Center für junge Choreografen ausgezeichnet, 1997 mit dem "Martin E. Segal Award" vom Lincoln Center für Nachwuchschoreografen, den "London Critics' Circle Award" für "Polyphonia" als bestes neues Ballett und den "American Choreography Award" für beste Choreografie im Film "Center Stage". "Polyphonia" bekam den "Olivier Award" als beste neue Tanzproduktion.

 

Pressestimmen

... Augen und Gedanken [bleiben] haften, weil Jirí Bubenícek immer wieder berückend schöne Bilder, Formationen und ebenso sportiv dynamische wie zart zurückgenommene Bewegungsabläufe und Körperkonstellationen einfallen, die in der Sprech- und Musikcollage seines Bruders Otto hörfällige Entsprechung finden. Allein das Anfangstableau ist atemberaubend und könnte als Erschaffung des Menschen und damit der Liebe gedeutet werden ... Als wahre Meister der Choreografie erweisen sich ... Marco Goecke mit der ebenso psychedelisch alptraumartig wie nervös skurril präzisierten Uraufführung von "Beautiful Freak" und Christopher Wheeldon mit seinem bereits preisgekrönten Werk "Polyphonia" ... der 33-Jährige begnügt sich nicht mit dem Nachzeichnen edler Linien im klassischen Kanon, er bricht ihn auf, verzerrt und verfremdet ihn ohne zerstörerische Elemente.
Monika Fabry, Hamburger Abendblatt

Wenn Christopher Wheeldon der aufgehende Stern am neoklassischen Balletthimmel ist, dann verkörpert Marco Goecke den Dämon, der aus dem Untergrund heraus der Ballettkunst einen Stoß versetzt, dass ab und zu die Funken sprühen. Die "Schritte in die Zukunft" spannten zum Auftakt der 31. Hamburger Ballett-Tage in der Staatsoper ein weites Panorama junger choreografischer Visionen, auf in denen neben den beiden Gästen mit Jirí Bubenícek und Yukichi Hattori auch der hauseigene Nachwuchs neue Farbe einbrachte. Drei Uraufführungen und eine Deutsch-
landpremiere bewiesen die innovative Dehnbarkeit des Genres.
Irmela Kästner, Die Welt

Experiment geglückt: Fulminanter Auftakt der 31. Hamburger Ballett-Tage mit Stücken von vier Jung-Choreografen ... Marco Goecke, ein sensibler, außergewöhnlich fantasiebegabter und selbstkritischer Choreograf, wurde ebenso gefeiert wie die beiden 'Heimspieler' vom Hamburger Ensemble, Jirí Bubenícek und Yukichi Hattori ... Die Tänzer konnten in den Arbeiten ihrer Kollegen Technik und verblüffende Vielseitigkeit beweisen: Von ironisch pointierter Alltagsbewegung reichte sie bis zu kristallklarer Klassik in Christopher Wheeldons "Polyphonia".
Ekkehard Rossmann, dpa

GoeckeJ. Bubenicek
HattoriWheeldon
 

Fotos

 
Zurückdrucken