Ballett von John Neumeier
nach dem Epos des Homer

 

Musik
  George Couroupos
Auftragswerk
der Hamburgischen Staatsoper
Choreografie
Inszenierung
  John Neumeier
Bühnenbild
Kostüme
  Yannis Kokkos

1 Pause - 2 Stunden 45 Min.

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Megaron The Athens Concert Hall
Athen, 20. November 1995

Premiere in Hamburg
Hamburg Ballett, 17. Dezember 1995

 

Originalbesetzung    
Odysseus
  Ivan Liska
Penelope
  Anna Polikarpova
Telemachos
  Ivan Urban
Pallas Athene
  Anna Grabka
Er
  Nicolas Musin
Kalypso
  Heather Jurgensen
Nausikaa
  Bettina Beckmann
Kirke   Chantal Lefèvre
Das Meer   Laura Cazzaniga
Der Krieg   Jirí Bubenícek
Otto Bubenícek
Eurykleia   Karen Niles

 

Ich habe oft literarische Vorlagen genutzt, weil sie mich bewegten - man kann nur aus sich selber schöpfen -, weil sie mir gewisse archetypische Formen zeigten. Entscheidend ist, ob ich das auf einer Ebene in Bewegung übersetzen kann, die in der Literatur nicht zu realisieren ist. In der "Odyssee" sind solche archetypischen Formen die Heimatsuche, das Unterwegssein, die erotische Begegnung mit dem Fremden, der Krieg.
Ich habe mich bemüht, nicht jedes Detail des Mythos zu recherchieren, sondern Grundfigurationen vorzustellen, zum Beispiel: einen Sohn, der seinen Vater nicht kennt, der sich einer Göttin gegenüber sieht, die es ihm ermöglicht, sich zu transformieren - dafür wollte ich tänzerische Formen finden. Die befriedigendsten Momente für mich als Choreografen waren immer die, in denen der Instinkt die Führung übernahm.

John Neumeier
 

Odyssee

zehn Jahre Irrfahrt

zehn Jahre Rückkehr

zehn Jahre Heilung


nach zehn Jahren Krieg.

Ohne Krieg ist die "Odyssee" nicht denkbar. Für mich geht es darum, dass ein Mensch nach einem zehn Jahre dauernden Krieg wieder zu sich selber finden muss, dass er aus dieser im negativen Sinn männlich definierten Macho-Welt von Kampf und Krieg zu seiner Ganzheit zurückfinden und seinen femininen Teil wiederentdecken muss. Der heißt Penelope.

John Neumeier

 

Pressestimmen 

Mit begeisterten Bravo-Rufen reagierte die Zuschauer auf die vielschichtige Inszenierung (...) Neumeier ist es in Athen gelungen, das umzusetzen, woran er glaubt: Dass das Ballett mit der Körpersprache einer eher metaphysische Ebene beleuchtet, die auch Teil des Menschen ist.
dpa, Hildegard Hülsenbeck

Optisch wunderbar dank Yannis Kokkos, choreografisch eindrucksvoll und vollausgereift fesselt die Aufführung den Zuschauer und führt ihn – Episode für Episode - ein die Entwicklung der Sage hinein. (...) Eine reiches, dichtes Schauspiel, das man am liebsten noch einmal sehen würde, um es noch gründlicher zu genießen. Das Publikum beklatschte beim Finale zehn Minuten lang das Ensemble - es ließ die Künstler buchstäblich nicht von der Bühne.
Irene Marandei, Apogevmatini

...setz man Ballett-Version des Homerischen Epos in eine Reihe mit den anderen Literatur-Adaptationen des Amerikaners, mit "Peer Gynt" oder "Othello", wird man mit Fug und Recht sagen können, dass diese "Odyssee" auf weite Strecken zu den eindrucksvollsten und persönlichsten Erfindungen Neumeiers zählt.
Kläre Warnecke, Die Welt

Riggins
 

Fotos

 
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