Ballett von John Neumeier

 

Musik
  Peter I. Tschaikowsky
Choreografie
Inszenierung
  John Neumeier
Bühnenbild
Kostüme
  Jürgen Rose

1 Pause - 2 Stunden 30 Min.

 

Uraufführung
Frankfurter Ballett, Frankfurt, 21. Oktober 1971

 

Originalbesetzung    
Marie
  Marianne Kruuse
Drosselmeier
  Max Midinet
Louise
  Persephone Samaropoulo
Günther
  Egon Madsen

 

Premiere in Hamburg
Hamburg Ballett, 27. Oktober 1974

 

Premierenbesetzung    
Marie
  Marianne Kruuse
Drosselmeier
  Max Midinet
Louise
  Laurel Benedict
Günther
  Truman Finney

 

Gastspiele
1977 Brüssel 1981 Paris 1989 Osaka, Tokio 2015 Maskat

Im Repertoire
Ballet de l'Opéra National de Paris
Bayerisches Staatsballett
Dresden Semperoper Ballett

 

Das Thema des "Nussknacker" ist sowohl in Petipas Szenario wie in Tschaikowskys Komposition der "Abschied von der Kindheit"; jener "zierliche" Moment, wo man aufhört, Kind zu sein, und noch nicht erwachsen ist.

Neben dem Kind Marie rückte die Gestalt des Ballettmeister Drosselmeier in den Mittelpunkt des Tanzgeschehens. Lange Zeit war bei der Entwicklung meines Konzepts Drosselmeier nur irgendein Ballettmeister gewesen, bis im Verlauf der Arbeit am "traditionellen Hintergrund" er logisch zu einer Figur wurde, die Petipa ähnlich ist, wenn auch vermutlich skurriler und theatralischer als sein Vorbild, eine Figur, die auf uns wirkt wie ein exotischer Vogel aus dem Dschungel. Im sogenannten "normalen Leben" erscheint er exzentrisch, vielleicht sogar verrückt. Aber in seinem Dschungel, im Theater, ist er wunderbar geistig gesund und mächtig.

J. N. 1987

 

Die Handlung

l. Bild - Maries Geburtstag

Marie wird zwölf Jahre alt, ist also in einem Alter, in dem Mädchen aufhören, mit Puppen zu spielen. Ihr Bruder Fritz, ein Kadett, hat seine Regimentskameraden eingeladen, ihre Schwester Louise, Ballerina am Hoftheater, den Ballettmeister Drosselmeier. Der Kadett Günther, ein Freund von Fritz und Wortführer seiner Kameraden, schenkt Marie im Namen des Regiments einen Nussknacker, Ballettmeister Drosselmeier macht ihr ein Paar Spitzenschuhe zum Präsent. Drosselmeier fasziniert Marie, in Günther verliebt sie sich.

2. Bild - Maries Traum - Die Probe

Als die Gäste gegangen sind, kommt Marie mit dem Nussknacker im Arm noch einmal ins Zimmer und zieht heimlich die Spitzenschuhe an. Sie erschrickt vor der Erscheinung Drosselmeiers, der sie im Traum in die geheimnisvolle Welt des Theaters führt. Marie ist von dieser Umgebung bezaubert. Die Begegnung mit Günther kehrt im Traum wieder: Sie trifft ihn als Solist des Hofballetts und tanzt mit ihm zum erstenmal auf Spitze. Sie nimmt an einer großen Probe teil.

3. Bild - Maries Traum - Die Vorstellung

Drosselmeier führt Marie vor, wie eine Aufführung entsteht: Die leere Bühne verwandelt sich in eine Szenerie, in der sich alles auf die Vorstellung vorbereitet. Drosselmeier führt verschiedene Divertissements vor und tanzt zuweilen selber mit. Auch ihr Bruder Fritz erscheint Marie als Tänzer. Im Grand Pas de deux tanzt Louise mit Günther. Nach einem turbulenten Finale verschwindet die Theaterwelt - Marie wird aufgeweckt. Wehmütig nimmt sie Abschied von ihrem Traum.

 

Pressestimme

Kein klassisches Ballett hat so viel Deutungen erfahren wie dieses. Eine der schönsten hat John Neumeier ersonnen. Obgleich sein "Nussknacker" erst im Twen-Alter ist, hat er beste Chancen, der ersten russischen, etwas altbackenen, wenngleich virtuosen Glitzerfassung den Rang abzulaufen. Er ist schon jetzt ein Klassiker im feinsten Sinn. Ein Ballett voller Tanz, dem klassischen Bewegungsvokabular aufs vollkommenste seine Reverenz erweisend. Der "Nussknacker" bietet bei aller Opulenz eine unbestechliche Schule des Sehens, an der Tradition studiert werden kann, die noch heute absolut gültig ist.
Monika Fabry, Hamburger Abendblatt

Urban - Azzoni
 

Fotos

 
Zurückdrucken