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Ballett von Frederick Ashton
Musik |
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Ferdinand Hérold
bearbeitet und arrangiert
von John Lanchbery |
Choreografie
Inszenierung |
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Frederick Ashton |
Libretto |
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Jean Dauberval |
Bühnenbild
Kostüme |
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Osbert Lancaster |
Einstudierung |
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Alexander Grant
Jane Eliott |
1 Pause - 2 Stunden 15 Min.
Premiere
The Royal Ballet, Royal Opera House, Covent Garden
London, 28. Januar 1960
| Originalbesetzung |
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Lise |
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Nadia Nerina |
Colas |
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David Blair |
Alain |
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Alexander Grant |
Mutter Simone |
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Stanley Holden |
Premiere in Hamburg
Hamburg Ballett, Hamburg, 12. Dezember 2004
Die Ausstattung von "La Fille mal gardée"
ist eine Leihgabe der Wiener Staatsoper.
Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper
| Premierenbesetzung |
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Lise |
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Silvia Azzoni |
Colas |
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Alexandre Riabko |
Alain |
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Yukichi Hattori |
Mutter Simone |
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Kevin Haigen |
Ein Ballett über die Liebe von Lise,
einem jungen Mädchen vom Lande,
zum Bauernburschen Colas und die Pläne einer Mutter,
die ihre Tochter mit dem einfältigen Sohn eines reichen Gutsbesitzers verheiraten möchte.
Das ursprüngliche Ballett "Le Ballet de la Paille, ou Il n’est qu’un pas du mal au bien" (Das Strohballett, oder: es ist nur ein Schritt vom Bösen zum Guten) von Dauberval aus dem Jahr der Französischen Revolution, 1789, markiert einen Wendepunkt in der Ballettgeschichte, ein Ausbrechen aus der formalen, pseudo-klassischen Tradition. Es war ein wirkliches Handlungsballett, statt eines Aneinanderreihen von konventionellen Tänzen, die die Geschichte nur als Krücke nutzen. Es war eine der ersten Choreografien, die von "normalen Menschen" erzählte – nicht mehr von Figuren aus Mythologie oder Antike – die Heldin ist ein Mädchen vom Lande.
Frederick Ashtons Version von "La Fille mal gardée", im Jahr 1960 kreiert für das Royal Ballet London, ist ein spritziges, schillerndes Ballett, das fröhlichste und zugleich rührendste seiner Werke.
Die Handlung
Lise, die einzige Tochter der Witwe Simone, einer reichen Bäuerin, liebt Colas, einen jungen Bauern, doch ihre Mutter hat bedeutend ehrgeizigere Pläne.
I. AKT
1. Bild – Auf dem Bauernhof
Der Anbruch eines geschäftigen Tages auf dem Bauerhof wird vom Hahn und seinen Hennen angekündigt.
Lise ist enttäuscht, Colas nirgends zu sehen, und hinterlässt als Zeichen ihrer Zuneigung ein Band, zu einem »Liebesknoten« gebunden. Colas entdeckt ihn und bindet ihn an seinen Stock. Die Verliebten treffen sich, doch sie werden von Simone gestört, die ihrer Tochter befiehlt, sich an die Arbeit zu machen und Butter zu stampfen. Colas, der sich auf dem Heuboden versteckt hat, gesellt sich zu ihr. Die Arbeit, die sie sich anfangs teilen, ist schnell vergessen, als sie sich ihre Liebe gestehen.
Bauernmädchen fordern Lise zum Spiel auf, doch sie ist mit ihren Gedanken woanders. Ihre misstrauische und stets wachsame Mutter nimmt sie sich zur Brust und will sie verhauen. Just in diesem Moment kommt Thomas, ein reicher und aufgeblasener Weingutbesitzer, in Begleitung seines Sohnes Alain. Simone, die den Grund ihres Besuchs kennt, schickt Lise fort. Thomas hält für seinen Sohn um Lises Hand an. Als Lise zurückkehrt, gibt Alain schüchtern und ungeschickt eine Probe seiner Tanzkunst zum Besten. Lise ist belustigt und etwas entsetzt über sein Gehabe, aber keineswegs an ihm interessiert. Alle brechen zur Ernte auf.
2. Bild – Auf dem Feld
Es ist Erntezeit. Die von Colas angeführten Schnitter entspannen sich nach der Feldarbeit mit einem fröhlichen Tanz. Lise tanzt mit Alain, doch Colas tritt dazwischen und das junge Mädchen zeigt deutlich, wem sie den Vorzug gibt. Zum Vergnügen aller spielt einer der Bauern auf der Flöte. Alain möchte es auch einmal probieren, doch die Bauern necken ihn und sein empörter Vater rettet ihn vor ihren groben Scherzen.
Jetzt ist das Feld geräumt für den triumphierenden Colas, der mit Lise tanzt. Simone lässt sich vom fröhlichen Treiben der Gesellschaft mitreißen. Plötzlich werden sie von einem Gewitter unterbrochen, das alle bis auf die Haut durchnässt und in alle Winde verstreut.
II. AKT
Im Inneren des Bauernhauses
Mutter und Tochter sind vom Regen durchnässt in ihr Bauernhaus zurückgekehrt. Sie setzen sich ans Spinnrad, die Mutter hofft, Arbeit könne Lise vor dummen Gedanken bewahren. Doch der Schlaf überwältigt Simone, und Lise, die Colas durch das Tor erblickt hat, versucht ihr den Schlüssel abzunehmen. Simone wacht auf, um nicht wieder einzuschlafen, spielt sie Tamburin, zu dessen Musik Lise tanzen soll. Die Schläge werden bald schwächer, sie beginnt zu dösen und bald ist sie fest eingeschlafen. Colas öffnet den oberen Teil der Tür und beugt sich zu Lise, die sich erfreut in seine Arme wirft. Vom Klopfen der Erntearbeiter, die ihren Lohn abholen wollen, wird Simone wieder geweckt. Simone weist ihre Tochter an, die Hausarbeit fortzusetzen, während sie den Männern etwas zu Trinken anbietet. Lise glaubt alleine und unbeobachtet zu sein und träumt von den Freuden des Ehelebens. Colas kann nicht mehr widerstehen und verlässt sein Versteck. Lise schämt sich, so überrascht zu werden, doch schließlich erklären die Beiden erneut ihre Liebe und tauschen ihre Halstücher als Zeichen ihrer Zuneigung.
Als Simone wiederkehrt, versteckt Lise Colas in ihrer Schlafkammer. Die stets misstrauische Mutter begreift, dass sich die Liebenden getroffen haben. Sie schickt ihrerseits Lise in das Schlafzimmer und schließt die Tür ab.
Nun erscheinen Alain und sein Vater in Begleitung eines Notars, um den Heiratsvertrag zu besiegeln. Als die Unterschriften geleistet sind, übergibt Simone Alain den Schlüssel zur Schlaf-kammer. Nach einem Augenblick dümmlichen Zögerns öffnet er die Tür und zur allgemeinen Bestürzung kommen Colas und Lise zum Vorschein. Die Liebenden fallen auf die Knie, bitten Simone um Vergebung und um ihren Segen. Trotz der Einwände von Thomas und Alain gibt Simone schließlich zur Freude aller anderen Anwesenden ihre Einwilligung.
Pressestimmen
Egal wie das Wetter draußen ist, wird die Metropolitan
Opera garantiert von Sonnenschein durchflutet, wenn das American Ballet
Theater Frederick Ashtons humorvolles, sehr poetisches und bezauberndes
Meisterwerk "La Fille mal gardée" aufführt.
Anna Kisselgoff, The New York Times
Dieses komödiantische Ballett ist so voller Unschuld
und Witz, dass man sich beim Anschauen eines breiten Lächelns
nicht erwehren kann.
New York Sun
Pressestimmen zur Hamburger Premiere
Jubel für ein Stück voller Humor und tänzerischer Raffinesse
Jubel, Gelächter, Riesenapplaus. Hamburgs Ballettfans haben Frederick Ashtons "La Fille mal gardée" (Das schlecht behütete Mädchen) spontan in ihr Herz geschlossen.
Ashtons Choreographie, die seit 1960 rund um die Welt getanzt wird, ist eines der technisch schwierigsten, hinreißendsten und komischsten Ballette, die das Tanzrepertoire zu bieten hat. Wie geschaffen also für die Tänzer des Hamburg Ballett.
Monika Fabry, Hamburger Abendblatt
Ballettvergnügen im Hühnerstall Das hat es im Repertoire des Hamburg Balletts bislang nicht gegeben: Ein Bauernballett, burlesk und komisch, das jedoch an Virtuosität und choreographischer Raffinesse nichts zu wünschen übrigläßt. Ashtons Humor ist keineswegs plump, sondern durchtrieben und ironisch.
Irmela Kästner, Die Welt
Ganz altmodisch und ganz bezaubernd.
Das Ballett ist eine Hommage an das Landleben früherer Zeiten: Man holt tanzend die Ernte ein, sitzt auf Heuhaufen und wirft mit Kohlköpfen nach unerwünschten Liebhabern. Nie war (Tanz)Geschichte so lebendig.
Dagmar Fischer, Hamburger Morgenpost
Frederick Ashton
Frederick Ashton wurde in Guayaquil/Ecuador am 17. September
1904 geboren und ist in Peru aufgewachsen. Nach einer Vorstellung Anna
Pawlowas entschied er sich Tänzer zu werden. Er studierte bei Leonid
Massine und
Marie Rambert, die ihn 1926 zu seinem ersten Ballett "A Tragedy
of Fashion" ermutigten. 1926 wurde er Tänzer beim Ballet Rambert
dann ging er von 1935 an als Chefchoreograf zum Vic-Wells Ballet
(das spätere
Sadler's Wells und heutige The Royal Ballet). 1952 wurde er zu dessen
Vize-Direktor und 1963 zu dessen Direktor ernannt.
Ashtons
berühmteste Ballette sind u.a.: "Les
Patineurs" (1937), "Scènes
de ballet" (1948), "Ondine" (1958), "La Fille mal
gardée" (1960), "The Two Pigeons" (1961), "The
Dream" (1964) und "A Month in the Country" (1976).
1962
wurde Ashton von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Er
starb am 19. August 1988 in Suffolk, England.
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Fotos
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