Jürgen Rose ist 1937 geboren und begann direkt nach dem Abitur als Assistent von Gustav Rudolf Sellner am Landestheater Darmstadt zu arbeiten. Es folgten zwei Jahre Ausbildung an der Kunstakademie in Berlin und auf der Schauspielschule. 1959/60 trat er sein erstes Engagement als Bühnenbildner und Schauspieler an den Städtischen Bühnen in Ulm an. Am Stuttgarter Schauspielhaus entwarf Jürgen Rose 1961 Bühnenbilder und Kostüme für Shakespeares "Wie es Euch gefällt". Während dieser Arbeit lernte er John Cranko kennen, der ihm die Ausstattung seiner "Romeo und Julia"-Inszenierung anvertraute. Diesem Debüt folgten in Stuttgart gemeinsame Arbeiten wie "Schwanensee" , "Feuervogel", "Onegin", "Initialen R.B.M.E.", "Poème de l'extase", "Spuren" sowie die Operette "Die lustige Witwe". Für "Der Widerspenstigen Zähmung" schuf Jürgen Rose nach Crankos Tod die Bühnenbilder und Kostüme in München und Hamburg. Seit 1972 arbeitet er mit dem Choreografen John Neumeier: Es entstanden gemeinsame Arbeiten wie "Daphnis und Chloé", "Nussknacker", "Schwanensee", "Dornröschen", "Romeo und Julia", "Kameliendame", "Feuervogel", "Peer Gynt" und "A Cinderella Story". Für Marcia Haydee stattete er 1987 "Dornröschen" aus.

Neben den Ausstattungen für Ballett wirkte Rose seit Beginn seiner Tätigkeit als Bühnen- und Kostümbildner im Bereich Schauspiel und Oper. Im Sprechtheater waren und sind das Hamburger Schauspielhaus, das Berliner Schillertheater, das Münchner Residenztheater, vor allem aber auch die Münchner Kammerspiele seine wichtigsten Wirkungsstätten. Mit den Regisseuren Hans Lietzau, Rudolf Noelte, Peter Stein, Thomas Langhoff, Dieter Dorn und vielen anderen mehr, erarbeitete er Werke wie Shakespeares "Sommernachtstraum", "Was ihr wollt", "Troilus und Cressida" und "König Lear", Schillers "Räuber", Goethes "Clavigo", "Tasso" und "Faust I", Büchners "Dantons Tod" und "Wozzek", Tschechows "Platonow" und "Der Kirschgarten", Strindbergs "Totentanz", Ibsens "John Gabriel Borkman", Barlachs "Blauer Boll" und Botho Strauß' "Groß und Klein", "Der Park", "Besucher" und "Schlusschor". An den Opernhäusern in Stuttgart, München, Hamburg, Berlin, Wien, Mailand, New York, London, Salzburg und Bayreuth erarbeitete Rose mit den Regisseuren Schenk, Friedrich, Everding, Noelte, Rennert, del Monaco, Dorn und anderen Werke wie Mozarts "Don Giovanni", "Cosi fan tutte", "Zauberflöte" und "Figaros Hochzeit", Verdis "Simone Boccanegra", "Don Carlos", "La Traviata", "Falstaff" und "Othello", Wagners "Tannhäuser", "Lohengrin", "Parsifal", "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Der fliegende Holländer", Strauß' "Rosenkavalier", "Ariadne auf Naxos", "Arabella", "Salome", "Elektra" und Bergs "Lulu" und "Wozzek". Von 1973 bis 2000 hatte Jürgen Rose eine Professur für Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart inne.

     

 
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