Hamburg Ballett – John Neumeier seit 1973

Fakten-Namen-Daten

 

Ballettzentrum Hambug – John Neumeier

Am 23. September 1989 wurde das Ballettzentrum mit einer Festaufführung des HAMBURG BALLETT und der Ballettschule feierlich eröffnet. Das Gebäude wurde 1929 bis 1930 erbaut und von Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher (1869-1947) entworfen. Es beherbergte die Mädchenoberschule an der Caspar-Voght-Straße. Von 1987-89 fand der Umbau in das Ballettzentrum Hamburg statt. Hier trainiert die Compagnie des Hamburg Ballett, hier entstehen die Kreationen John Neumeiers, die in der Hamburgischen Staatsoper und bei Gastspielen in der ganzen Welt aufgeführt werden.

Im Ballettzentrum befinden sich auch die 1978 gegründete Ballettschule mit angeschlossenem Internat, eine Kantine, Garderoben, Massage- und Krafträume, eine Bibliothek, die Hausmeisterwohnung, ein Gästeappartement sowie die Ballettintendanz- und Verwaltungsetage.

Das Haus bietet Platz für neun Ballettsäle. Der größte von ihnen, in der ehemaligen Schulturnhalle, hat die gleichen Maße wie die große Bühne in der Staatsoper. Die Säle sind mit einem besonderen Schwingboden ausgestattet. In den vier Sälen der Compagnie ist er härter, damit der Unterschied zum festen Bühnenboden nicht zu stark ist, in den anderen fünf findet der Unterricht der Ballettschule auf weicheren, Gelenk schonenden Böden statt. Die Ballettsäle sind nach wichtigen Choreografen der Ballettgeschichte benannt. Sie erinnern an: Petipa, Tudor, Nijinsky, Noverre, Fokine, Cranko, Balanchine, Wigman und Bournonville. Im ehemaligen Gymnastiksaal, dem heutigen "Fokine-Studio" befindet sich das lange Jahre verdeckte und nun restaurierte Wandgemälde "Orpheus mit den Tieren" von Anita Rée. Die 1885 geborene Tochter eines jüdischen Kaufmanns in Hamburg war Mitbegründerin der Hamburger Sezession. Sie hatte auch Kontakte zu Max Liebermann. Nach der Machtergreifung Hitlers nahm sich Anita Rée 1933 das Leben.

Fritz Schumacher hatte sie 1930 mit dem Bild beauftragt. In zarter Umrissmalerei ist mit Tempera die Orpheus-Sage auf den Putz gemalt worden. In der Sage heißt es, dass Orpheus von Apollo das Saitenspiel bekam. Nachdem er Eurydike endgültig an die Unterwelt verloren hatte, gab er seinem Schmerz so gefühlvoll Ausdruck, dass die Tiere herbei kamen und mit ihm trauerten. Das Gemälde zeigt den auf einer Antilope reitenden Orpheus umringt von einem Strudel von Tieren, die ihn nicht aus den Augen lassen. Schumacher schrieb: "Nirgends bleibt der Mensch mehr das Maß aller Dinge als beim Tanz, und das ist gut, denn es lenkt immer wieder den Sinn auf die letzte Quelle der Kraft, die dieser Kunst vor anderen Kunstsprachen gegeben ist."

Der Künstler Ervin Bossanyi (1891 – 1975) gestaltete 1930 in den Treppenhäusern des Ballettzentrums drei Brunnen mit farbiger Fliesenmalerei. Bossanyi wurde in Ungarn geboren und lebte viele Jahre in Hamburg bevor er 1934 nach England emigrierte. Dort schuf er zahlreiche Glasbilderfenster, u.a. in der Kathedrale von Canterbury.

 

 
 
 
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