W i e d e r a u f n a h m e
 

 
  Zurück

 

Ballett von John Neumeier

 

Musik
  Georg Friedrich Händel
Arvo Pärt
 
   
Choreografie
  John Neumeier
 
   
Bühnenbild
  Ferdinand Wögerbauer
 
   
Kostüme
  John Neumeier

 

Uraufführung
Hamburg Ballett, Hamburg, 28. November 1999

 

Originalbesetzung    
Lloyd Riggins
Ivan Urban
Laura Cazzaniga
Niurka Moredo
für Elizabeth Loscavio
 Silvia Azzoni
Joëlle Boulogne
Anna Grabka
Heather Jurgensen
Alexander Auld
  Carsten Jung
Jacopo Munari
Alexandre Riabko
Anja Behrend
 
Carly Morgan
Adéla Pollertová
Andrew Hall
Yohan Stegli
Guido Warsany

 

Das sakrale Werk spielt im Schaffen John Neumeiers eine wesentlich Rolle: Bereits 1981 choreografierte er J. S.. Bachs "Matthäus-Passion", sechs Jahre später wurde "Magnificat" während des Theaterfestivals in Avignon uraufgeführt, und 1991 kreierte der Choreograf für die Salzburger Festspiele Mozarts "Requiem". Mit Georg Friedrich Händels "Messias" wendet John Neumeier sich nun einem der bedeutendsten kirchenmusikalischen Werke zu, das die weitere Entwicklung des Oratoriums in Europa entscheidend beeinflusste. In nur 24 Tagen vollendete der Komponist im Jahre 1741 seine Komposition, die 1742 während eines neunmonatigen Aufenthalts Händels in Dublin uraufgeführt wurde.

 

 

"Vorigen Sonntag fuhr ich mit Claudius nach Hamburg, um Händels "Messias" anzuhören... O Himmel! welche Musik. Es sind lauter biblische Sprüche vom Messias, die Händel nach der Folge der Geschichte geordnet und in Musik gesetzt hat... nichts kam an die Chöre... ich hätte durch die Wolken fliegen mögen. Besonders der Chor: Uns ist ein Kind zum Heil geboren! hat einen Schwung, den ich der Musik nie zugetraut habe... die größte Freude in vier Stimmen ausgedrückt... wo immer eine durch die andere entzündet zu werden scheint, und noch lebhafter und noch jauchzender die fröhliche Botschaft ausruft: Uns ist ein Kind geboren! Dann fugenweise: Welches Herrschaft liegt auf seiner Schulter; und nun ein paar Stimmen ganz mäßig: Und sein Name wird genannt. Drauf alle Stimmen mit Donnerton: Wunderbar! Die Instrumente donnern nach. Noch lauter: Herrlichkeit! Die Musik steigt eben so. Aber nun, als ob Blitz und Schlag zugleich käme, mit dem höchsten Ausdruck, der auf Erden möglich ist: Allmächtiger Gott! Dass man zusammenfährt, und hinsinken will vor der Gegenwart des Hocherhobenen. Der Donner der Stimmen und Instrumente dauert noch fort bei: der Ewigkeiten Vater! und dann verliert er sich in ein stilles fernes Gemurmel, wenn der West über die Donnergegend dahersäuselt: Friedefürst! Hierauf wieder mit der Stimme des Entzückens von Anfang: Uns ist ein Kind zum Heil geboren... Ich hätte 24 Stunden ohne Essen und Trinken dastehn und mir bloß den Chor vorspielen mögen... 0 Händel! Händel! Wer ist unter den Sängern der Erde, der gleich dir, kühnen Flugs, Zaubereien tönt!".

Johann Heinrich Voß

 

 

Händel begann mit der Komposition des "Messias" Ende August des Jahres 1741 und vollendete sie - angeblich - in nur drei Wochen. Schon nach 24 Tagen schloss er am 14. September in London die Arbeit an der Partitur ab. Seine Uraufführung erlebte das Oratorium unter der Leitung des Komponisten am 13. April des folgenden Jahres in Dublin. Fast auf den Tag 30 Jahre danach und 13 Jahre nach Händels Tod fand die deutsche Erstaufführung am 15. April 1772 in Hamburg statt, in englischer Sprache und mit einem englischen Dirigenten. Drei Jahre später brachte Carl Philipp Emanuel Bach die erste deutschsprachige Fassung des Werks heraus, wiederum in Hamburg. Sie wohl hörte der Dichter Johann Heinrich Voß. Begeistert, ergriffen und überwältigt berichtet er davon.

 

 

Pressestimmen nach der Uraufführung 1999

"Neumeier findet den Mut zur Schlichtheit und damit zu einer vielleicht bis dahin nie gekannten Klarheit und Aussagekraft seiner Bildsprache. Die Company folgt ihm zu diesen neuen Ufern und tanzt auf hohem Niveau."
Dagmar Ellen Fischer - Hamburger Morgenpost, 30.11.1999

"In Erwartung des Erlösers verwöhnt Neumeier sein Publikum zunächst mit ungewohnter Tanzlust seines glänzenden Ensembles zu Händels populärem "Messias"-Oratorium (…). Die große Sensibilität, die sich zwischen Tänzern und Sängern aufbaut, ist deutlich spürbar."
Irmela Kästner - Die Welt, 30.11.1999

"Es ist eine sehr eloquente Körpersprache, die Neumeier seine Tänzer praktizieren lässt."
Stuttgarter Zeitung - Horst Koegler, 3.12.1999

"Neumeier zeigt uns ein Stück zeitgenössischer Menschlichkeit: 36 Tänzer, in schlichte Kostüme gekleidet - glücklich, ruhig oder ernst, aber niemals traurig oder pathetisch - erzählen uns nicht die Geschichte eines Gottes, jedoch die unseres eigenen Lebens, unserer Leiden und Hoffnungen und die des Überlebens des Vertrauens in eine bessere Zukunft."
Vittoria Ottolenghi – Ballett 2000, Nr. 54

"Diese Compagnie ist von erster Güte (...). Die Aufführung war das Highlight der Saison."
Il Messaggero

"Die Aufführung war schön, intelligent, emotional und aussagestark (...). Wenn unsere Theater in Italien solche Compagnien hätten, wäre es einfacher, das Publikum zu gewinnen."
Corriere della Sera
 

Pressestimmen nach der Wiederaufnahme 2014

"Tanz in einem Neumeier Ballett nach sakraler Musik ist nicht mit liturgischem Tanz im Gottesdienst zu vergleichen. Es geht im Opernhaus nicht um Hingabe, sondern es soll dem Dialog mit Gott Gestalt gegeben werden."
Detlev Mücke - Evangelische Zeitung, 27.4.2014

"Nichts soll vom Kern, der überragenden Interpretation der Musik durch den Tanz, ablenken (…). Es ist Ballett auf allerhöchstem Niveau, eben weil alles so einfach, so leicht und in sich stimmig aussieht. Ein choreographischer Leckerbissen reiht sich an den nächsten."
Bernd Pfeifer – www.unser-luebeck.de, 23.4.2014

"Weltweit einmalig dürfte die Balance zwischen sinnlich-klarer Körpersprache einerseits und spiritueller Tiefe andererseits sein, die Neumeiers choreografische Handschrift auszeichnet."
Dagmar Ellen Fischer - Hamburger Morgenpost, 22.4.2014

"Auch umrahmt Neumeier – ein genialer Kunstgriff – Händels Musik mit zwei Stücken des zeitgenössischen estnischen Komponisten Arvo Pärt (…). Ebenso schlicht wie genial auch die Idee, mit einem Kreis aus großen Flusskieseln den steinigen Weg zu markieren, den die Menschheit zu gehen hat (…). Allen voran der erst 22-jährige Aleix Martinez, der den Part des Christus von Lloyd Riggins übernommen hat und hier zu einer atemberaubenden Intensität und Virtuosität findet – auf das Wesentliche reduziert, bescheiden, voller Demut."
Annette Bopp - Tanznetz.de, 20.4.2014

 
 

 
Trailer   Fotos
Pressestimmen

1 Pause
2 Stunden 30 Minuten

Hamburgische Staatsoper
3., 5. (2x), 9. April
2015

Kalender

Preise
4,- bis 89,- € (B)
4,- bis 79,- € (C)

 
Zurück

 

   
 
 
Kontakt · Sitemap · Suchen · Impressum
top of pagego back