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Ballett von John Neumeier
frei nach Hans Christian Andersen

 

Musik
  Lera Auerbach
Auftragswerk
des Königlich Dänischen Balletts
     
Choreografie
Inszenierung
Bühnenbild
Kostüme
Lichtkonzept
  John Neumeier

 

Uraufführung
Königlich Dänisches Ballett, Opernhaus
Kopenhagen, 15. April 2005

 

Originalbesetzung    
Der Dichter   Mogens Boesen
Die kleine Meerjungfrau
Seine Kreation
  Marie-Pierre Greve
Edvard/Der Prinz
  Kenneth Greve
Henriette/Die Prinzessin
  Gudrun Bojesen
Der Meerhexer
  Jean-Lucien Massot

 

Premiere in Hamburg
Hamburg Ballett, 1. Juli 2007

 

Musik
  Lera Auerbach
Hamburger Fassung

Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung
der Hamburgischen Staatsoper

 

Originalbesetzung    
Der Dichter
  Lloyd Riggins
Die kleine Meerjungfrau
Seine Kreation
  Silvia Azzoni
Edvard/Der Prinz
  Carsten Jung
Henriette/Die Prinzessin
  Hélène Bouchet
Der Meerhexer
  Otto Bubenícek

 

Gastspiele
2009 Nagoya, Nishinomiya, Tokio 2013 Costa Mesa (CA), Baden-Baden

Im Repertoire
Königlich Dänisches Ballett
San Francisco Ballet
Stanislavsky and Nemirovich-Danchenko Moscow Academic Music Theatre
The National Ballet of China

 

Sähen Sie auf den Grund meiner Seele,
würden Sie die Quelle meiner Sehnsucht vollkommen
verstehen und mich bedauern. Selbst die offene,
durchsichtige See hat ihre unbekannten Tiefen,
die kein Taucher kennt.
H.C. Andersen in einem Brief an Edvard Collin 1835

 

Das Märchenballett kreierte John Neumeier mit dem Königlich Dänischen Ballett zur Feier des 200. Geburtstages des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Neumeier schuf eine moderne doch auch zeitlose Interpretation der kleinen Meerjungfrau – ein dramatisches Märchenszenario, das in zwei gegensätzlichen Welten spielt. Die schlichte Unterwasserwelt der Meereswesen bildet einen gewaltigen Kontrast zum pompösen Leben der Menschen auf dem trockenen Land. Die zentrale Figur der Meerjungfrau reist durch beide Welten und erträgt in ihrer bedingungslosen Liebe zum Prinzen endloses Leid – durch ihre eigene Stärke findet sie am Ende Erlösung. Das Ballett unterstreicht die Parallelen des Märchens zu Hans Christian Andersens eigener Biographie.
Lera Auerbach komponierte die Musik für großes Orchester zu diesem Ballett.

 

 

Handlung

Die kleine Meerjungfrau
von John Neumeier
 
Prolog
Während einer Seereise erinnert sich der Dichter an die Hochzeit Edvards mit Henriette. Eine Träne rinnt langsam über seine Wange und fließt in ein Meer von Erinnerungen und Fantasien.
 

Teil 1
Auf dem Meeresgrund nimmt des Dichters Sehnsucht nach Edvard die Gestalt der kleinen Meerjungfrau an, die oben auf der Meeresoberfläche ein Schiff erblickt und von der Welt der Erde träumt. An Bord des Schiffes üben Matrosen. Ihr Kapitän – ein Prinz, der Edvard stark ähnelt – spielt absurder weise Golf. Als er den Ball über die Reling schlägt, taucht er in die See. Obwohl er sie nicht sehen kann, umfängt die Meerjungfrau ihn wie ein Hauch von Duft.

Der Meerhexer tritt auf und ein heftiger Sturm setzt ein. Der Prinz wäre wohl ertrunken, wenn ihn nicht die kleine Meerjungfrau durch den Willen des Dichters gerettet hätte. Sie küsst ihn.

Glockengeläut. An der Küste erscheint eine Gruppe Klosterschülerinnen. Eine von ihnen, die Prinzessin – die zudem Henriette sehr auffällig gleicht –, entdeckt den bewusstlosen Prinzen. Vorsichtig weckt sie ihn. Der Prinz glaubt, dass sie ihn gerettet hat und scheint sich in sie zu verlieben.

Traurig und verzagt wird die kleine Meerjungfrau Zeugin der aufkeimenden Zuneigung zwischen Prinz und Prinzessin. Ihr Verlangen wandelt sich in Verzweiflung und spiegelt darin die Seele des Dichters.

Ihr Entschluss, ein Mensch zu werden, führt sie zum Meerhexer. Ihre Liebe gibt der kleinen Meerjungfrau Mut, ihn um einen menschlichen Körper zu bitten – koste es, was es wolle. Gewaltsam verwandelt der Meerhexer die kleine Meerjungfrau. Sie hat Beine...

Nackt erwacht sie an der Küste und leidet mit ihren ersten Schritten unerträgliche Qualen. Der junge Prinz taucht auf, hat Mitleid mit ihrem seltsamen Wesen und trägt sie auf sein Schiff. Ihr Traum scheint sich zu erfüllen.
Zwischen den Passagieren des Schiffes entdeckt der Prinz die Prinzessin. Je mehr sich die Liebe zwischen den beiden steigert, um so mehr erduldet die kleine Meerjungfrau menschliches Leiden.
 

Teil 2
Die kleine Meerjungfrau will unbedingt ein Mensch sein, aber in den Räumen auf der Erde leidet sie unter Platzangst. Trotz ihrer Anstrengungen ist sie in ihrem menschlichen Körper immer noch ungeschickt und unförmig. Visionen des Meereslebens durchkreuzen ihre Träume...

In ihrer großen Liebe zum Prinzen wird ihr Verlangen, dass auch er sie liebt, gänzlich vergebens, denn heute wird er die Prinzessin heiraten – die kleine Meerjungfrau soll eine Brautjungfer sein. Während der Feier erscheint der Meerhexer als Teil einer seltsamen Unterhaltung. Er gibt ihr ein scharfes Messer und verspricht, wenn sie den Prinzen töte, könne sie ihre Schwanzflosse wiedererlangen und nach Hause in die Tiefen des Meeres zurückkehren.

Es wird aber klar, dass sie ihm niemals wehtun kann. Fühlt er während des Abschieds für einen Augenblick die Glut ihrer Leidenschaft? Küssen sie sich? Abrupt wendet sich der Prinz von der kleinen Meerjungfrau ab und entfernt sich zur Hochzeitsnacht mit der Prinzessin.
 

Epilog
Die kleine Meerjungfrau bleibt allein zurück. Ihre Schmerzen reflektieren die betrübte Situation des Dichters. Einer scheint der Schatten des anderen zu sein. Schöpfer und Schöpfung sind eins. Die Liebe des Dichters zu seiner kleinen Meerjungfrau gibt ihr schließlich eine Seele, die sie unsterblich macht, wie auch seine Kreation ihm zur Unsterblichkeit verhilft. Furchtlos begeben sie sich auf die Suche nach einer neuen Welt.

 

 

Pressestimmen

Zustandegekommen ist so eins der menschlich bewegendsten, choreografisch vielgestaltigsten und reichhaltigsten, musikalisch ungemein fesselnden, brillant getanzten Ballettkreationen der letzten Jahre – mit einer Traumrolle für die Titelgestalt, wie es sie in dieser psychologischen Differenzierung bisher nicht im Ballett gegeben hat – in keiner Giselle, Odette/Odile, keiner Julia und keiner Kameliendame.
Tanznetz, Horst Koegler

Es ist der wundersam bewegende Schicksalsweg der Meerjungfrau, den John Neumeier aufzeichnet, und es ist der Triumph der Tänzerin Silvia Azzoni, die dem, dem Meer entflohenen Wesen Kraft und Herz gibt.
Hamburger Abendblatt, Monika Fabry

"Die kleine Meerjungfrau" gehört zu den besten Werken des Choreografen. Berührend und intensiv, für Kinder ein Märchen und für alle anderen getanztes Nachdenken über das Leben – diese kleine Meerjungfrau hätte auch Andersen sofort adoptiert.
Hamburger Morgenpost, Dagmar Fischer

Einfühlsame und intelligente Neudichtung... Ein wunderbares Erlebnis
Berlingske Tidende, Kopenhagen

 

 
 

 
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1 Pause
2 Stunden 30 Minuten

Hamburgische Staatsoper
6., 12., 13., 15. März
3. Juli
2015

Kalender

Preise
4,- bis 89,- € (B)
4,- bis 79,- € (C)

 
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