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BALLETT VON ACHT CHOREOGRAFEN
SIMPLE GIFTS
Lieder und Tänze inspiriert durch Folksongs
Eine Koproduktion von Bundesjugendballett und Heidelberger Frühling


 

Choreografie
Thiago Bordin
Paul Boyd
Patrick Eberts
Maša Kolar
John Neumeier
Yukino Takaura
Kenneth Tindall
Kristofer Weinstein Storey

Premiere
Heidelberger Frühling
(Uraufgeführt unter dem Titel "Folk Songs")
20. März 2013

Volksliedbearbeitungen und von Volksmusik beeinflusste Werke des 19. und 20. Jahrhunderts aus sieben Nationen werden von verschiedenen Choreografen in Bewegungen umgesetzt. Die Idee zu dem Projekt "Simple Gifts – Lieder und Tänzer inspiriert von Folk Songs" hatte der Künstlerische Leiter des Bundesjugendballett, Kevin Haigen, gemeinsam mit Intendant John Neumeier und Thorsten Schmidt, Intendant des Internationalen Musikfestivals Heidelberger Frühling. "Ich bin auf Volkslieder gekommen, weil ich an Volkstanz dachte – an Menschen, die tanzen", erzählt Kevin Haigen: Was das Publikum am Ende auf der Bühne sieht, ist jedoch kein Volkstanz. Analog zur Musik ging es auch in den Choreografien darum, die zum Teil durch volkstümliche Tänze inspirierten Bewegungen auf einem hohen choreografischen Niveau zu veredeln. Zusammen mit John Neumeier und Thorsten Schmidt wurden die Lieder, Komponisten und Choreografen aus unterschiedlichen Ländern ausgewählt. Die Nationalität von Choreograf und Komponist hatte jedoch nicht zwingend identisch zu sein. "Nichts ist besser für die Tänzer des Bundesjugendballett als Kreation – und zwei von ihnen sind auch mit eigenen Choreografien dabei", sagt Kevin Haigen. "Und für die Musiker, von denen manche ehemalige Stipendiaten der Festival Akademie des Heidelberger Frühling sind, ist die Zusammenarbeit mit den Choreografen und Tänzern eine künstlerische Bereicherung, die weit über den üblichen Rahmen hinaus geht", ergänzt Thorsten Schmidt.

 

Britische Lieder
Benjamin Britten (1913-1976), Folk Song Arrangements:
O Waly, Waly / Down by the Sally Gardens / Sally in our Alley
Choreografie: Kenneth Tindall

In den drei Volkslied-Arrangements von Benjamin Britten (1913-1976), die der Gewinner des ersten Bundesjugendballett-Produktionspreises Kenneth Tindall in Bewegungen umsetzt, dreht sich alles um ein Mädchen aus der Nachbarschaft. "Of all the girls that are so smart, there's none like Pretty Sally; She is the darling of my heart, And lives in our alley", heißt es im Text des Dichters Henry Carey. Britten komponierte einige Lieder voller Sehnsucht nach seiner Heimat. In den Liedern über Sally und in Kenneth Tindalls Bewegungen transportiert sich auf harmonische Weise die Schlichtheit jugendlichen Pathos.


Deutsche Lieder
Johannes Brahms (1833-1897):
Da unten im Tale / Mein Mädel hat einen Rosenmund / Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß gehn / All mein Gedanken
Robert Schumann (1810-1856)
Wenn ich ein Vöglein wär op. 43,1 / Schön Blümelein op. 43,3
Choreografie: Yukino Takaura

Zwei Meister des 19. Jahrhunderts stehen im Projekt "Simple Gifts" stellvertretend für das Land Deutschland. Johannes Brahms (1833-1897) und Robert Schumann (1810-1856) mit einer Auswahl an Liedern. Das japanische Bundesjugendballett-Mitglied Yukino Takaura ist stolz, dass sie die Lieder des Landes in Bewegung bringen kann, das ihre kreative Heimat geworden ist.


Argentinische Lieder
Carlos Gardel (1890-1935):
El día que me quieras / Melodía de arrabal / Mi Buenos Aires querido
Choreografie: Maša Kolar

Die leidenschaftlichen Lieder der argentinischen Tango-Ikone Carlos Gardel (1890-1935) haben als ein zentrales Thema die Liebe zu Buones Aires. Dass sie noch nie dort war, sieht die kroatische Choreografin Maša Kolar eher als Vorteil: "Ich glaube, ich kann unbelasteter kreieren, weil ich eben keine Argentinierin bin". Maša Kolar geht mit ihren Bewegungen ins Extreme, arbeitet viel auf Knien und am Boden. Sie lässt die Tänzer laufen, sich schnell bewegen. "Das bedeutet wahrscheinlich, dass Leidenschaft und Verlangen sich manchmal anfühlen wie ein Marathon-Lauf", sagt Maša Kolar. "Es ist ein Ballett über die Jugendlichkeit der Tänzer des Bundesjugendballett geworden. Über ihr eigenes (Lebens-)Laufen, mit dem sie gerade erst begonnen haben".

 

Brasilianische Lieder
Heitor Villa-Lobos (1887-1959), Modinhas e Canções, Vol. 1:
Canções do marinheiro / Lund´ú da marquesa de santos
Bachianas Brasileras Nr. 5:
Aria (Cantilena)
Choreografie: Thiago Bordin

Lateinamerikanische Rhythmen erhält das Projekt "Simple Gifts" durch die brasilianischen Lieder von Heitor Villa-Lobos (1887-1959) in der Choreografie von dem Brasilianer Thiago Bordin. "Ich kenne Villa-Lobos Musik seit meiner Kindheit, ich besaß damals sogar eine Kinderlieder-Schallplatte von ihm", berichtet der Erste Solist des Hamburg Ballett. Villa-Lobos Lieder sind durchdrungen von einer traurigen Melancholie. Thiago Bordins neoklassisches Ballett steigert sich jedoch bewusst nicht ins Dramatische. In seiner Vierecksgeschichte um eine Frau und drei Männer setzt er vor allem die Ballerina ästhetisch in Szene.


Französische Lieder
Joseph Canteloube (1879-1957), Chants d'Auvergne:
Baïlero / Lou Coucut / Chut, Chut / Au loin, là`-bas dans la vallée
Choreografie: Paul Boyd

Der Australier Paul Boyd choreografiert vier der "Chants d'Auvergne" des Franzosen Joseph Canteloube (1879-1957). "In seinen Liedern fühle ich die unermessliche Weite und die Hügellandschaft der Auvergne. Ich sehe das saftig-nasse Grün der Wiesen vor meinem inneren Auge". In seiner Choreografie scheinen Momente eines Handlungsballetts auf. Vier Paare im ewigen Hinund Her emotionaler Gemeinschaften und der Moment, als sich ein Mann in die Frau eines anderen verliebt. Es kommt zu einem konfliktreichen Pas de deux mit seiner Ehefrau. "Ich mag die Hässlichkeit nicht um ihrer selbst willen, aber wenn eine Situation nicht schön ist, dann will ich das in der Bewegung sehen". Paul Boyds Sprache steht auf einem klassischen Fundament und ist gleichzeitig seine ganz eigene. "Es ist mir ein Anliegen, dem Betrachter einen Grund zu geben, warum ich etwas tue. Tanz muss einen Inhalt haben, sonst sind es nur Schritte". Am Ende werfen sich die Zueinanderhingezogenen einen letzten, sehnsuchtsvollen Blick zu. Ganz leicht ballt der Mann die eine Hand zur Faust, während er mit seiner eigenen Frau von der Bühne abgeht. So scheint in diesem Abschlussbild das auf, was nicht ist, aber doch hätte sein können.

 

Russische Lieder
Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893), aus Streichquartett Nr. 1 D-Dur op. 11:
Andante cantabile
Choreografie: Patrick Eberts

Peter I. Tschaikowsky (1840-1893) vertritt Russland im Projekt mit dem berühmten "Andante cantabile" aus seinem Streichquartett Nr. 1 in D-Dur op. 11, für das ihm das ukrainische Volkslied "Sidel Vanya" als melodische Basis diente. Patrick Eberts kreiert dazu ein Solo über Kindheitserinnerungen: "Ich, der gerade erst erwachsen geworden bin, kann aus allem schöpfen, was ich bisher erlebt habe".


Amerikanische Lieder
Aaron Copland (1900-1990), aus Old American Songs, Set 1:
Simple Gifts / The Boatmen's Dance / The Dodger / Long Time Ago / Simple Gifts
Choreografie: John Neumeier

Einige der 1950 erstaufgeführten "Old American Songs" des aus New York stammenden Komponisten Aaron Copland (1900-1990) werden choreografiert von Intendant John Neumeier. Coplands "The Boatmen's Dance" ist das Arrangement einer alten Banjo-Melodie aus dem Jahre 1843. Der Song huldigt die Landschaft des Ohio Rivers. "Simple Gifts", eine bevorzugte Melodie der Shaker-Sekte, war in der Bearbeitung Coplands bereits Teil seiner 1944 uraufgeführten Ballettmusik zu Martha Grahams "Appalachian Spring". In der zentralen Strophe lautet es: "'Tis the gift to be simple, 'tis the gift to be free". Eine bewusste Einfachheit wählt auch John Neumeier für seine Bewegungssprache, sie erinnert in ihrer Schlichtheit an frühen amerikanischen Modern Dance und an die eigenen tänzerischen Anfänge des Choreografen.

 

Finale
Negro Spiritual:
Over My Head, I Hear Music in the Air
Moses Hogan (1957-2003):
I'm Gonna Sing 'til the Spirit Moves in My Heart
Choreografie: Kristofer Weinstein Storey

Obwohl ursprünglich nur sieben Choreografien vorgesehen und die Proben bereits in vollem Gange waren, kam mit dem Amerikaner Kristofer Weinstein Storey ein achter Choreograf hinzu, der zu amerikanischen Spirituals arbeitet und damit dem Abend eine besondere Form des Abschlusses verleiht. Für Kevin Haigen gibt es wenig Menschlicheres als die religiösen Lieder der Sklaven, die Ursprünge des Gospels. "Das Publikum wird von dem Abend berührt sein" tänzerisch wie musikalisch.

Foto © Marcus Renner

 

 

 

 

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